GPA zu Pflegeberufen: Imagekampagnen allein reichen nicht

BAGS-Kollektivvertrag ist wichtige Basis zu Verbesserungen im Pflegebereich

Wien (GPA/ÖGB). Die Gewerkschaft der Privatangestellten begrüßt die heute der Öffentlichkeit vorgestellte Imagekampagne für Pflegeberufe. "Diese Berufe werden aber erst dann jenen Stellenwert in der Öffentlichkeit erlangen, der ihm zusteht, wenn auch die entsprechenden finanziellen Ressourcen der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden", erklärt der Geschäftsbereichsleiter der GPA, Karl Proyer.++++

Im Vorjahr wurde zwischen den Gewerkschaften GPA, HGPD und HTV und der BAGS (Berufsvereinigung von Arbeitgebern für Gesundheits- und Sozialberufe) ein Kollektivvertrag abgeschlossen, der die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten verbessern soll. Der BAGS-KV tritt mit 1.Juli 2004 in Kraft.

"Die betroffenen Vereine haben sich als Arbeitgeber sehr um die ordnungsgemäße Umsetzung des Kollektivvertrags bemüht, wenn allerdings manche Länder nicht bereit sind, auch die ausreichenden Mittel für die Anbieter von Pflegeleistungen zur Verfügung stellen, dann nutzen alle Absichtserklärungen nichts. Es geht im Grunde darum, in der Öffentlichkeit ein entsprechendes Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der gesamte Sozialbereich ein wesentlicher Teil der Infrastruktur einer Gesellschaft ist. So wie es im Bildungsbereich, bei den Straßen und Schienen und Bauvorhaben für längerfristige Planungen die finanzielle Sicherstellung gibt, so muss dies auch im Sozialbereich geschehen. Obwohl die Politik nicht müde wird, auf die Bedeutung etwa des Pflegebereichs oder der Kinderbetreuung hinzuweisen, so steht die konkrete Politik dazu oft im krassen Widerspruch. Es geht bei diesen Berufen nicht um irgendwelche Hilfsarbeiten, es geht dabei um qualifizierte Tätigkeiten in einem für die Gesellschaft wesentlichen Bereich. Es ist eine Grundaufgabe der öffentlichen Hand, die notwendigen Einrichtungen sowie qualifiziertes Personal zur Verfügung zu stellen und dies auch langfristig finanziell abzusichern", schließt Proyer.

ÖGB, 21. Juni 2004
Nr. 441

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