Gewerkschaftstag Metall - Textil: Fischer, Haupt bei Eröffnung

Nachmittag des Gewerkschaftstages mit Berichten und Arbeitsprogramm

Wien (GMT/ÖGB) (OTS) -

Weitere EröffnungsrednerInnen strichen die wichtige Arbeit der

Gewerkschaft Metall - Textil hervor. Bundesminister Herbert Haupt sagte, er werde bei der Harmonisierung der Pensionen den Vorschlag des ÖGB für eine Schwerarbeiterregelung einarbeiten. Der designierte Bundespräsident Dr. Heinz Fischer sprach davon, dass die Gewerkschaften dafür sorgen, dass "Menschen keine Kostenfaktoren auf zwei Beinen" seien. ++++

Marcello Malentacchi, Generalsekretär des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB) - der mit 25 Millionen Mitgliedern größten weltweiten Vereinigung der Metallergewerkschaften - ging auf die negativen Aspekte der Globalisierung ein und nannte dabei die Beispiele Verluste von relativ gut bezahlten Arbeitsplätzen in den Industrieländern, fortschreitende Ausbeutung der ArbeitnehmerInnen in Outsourcing-Empfängerländern, Destabilisierung der Weltwirtschaft und Schuldenlasten in armen Ländern die wirtschaftliche Entwicklung. Dagegen müssen alle gemeinsam aktiv auftreten. "Wir dürfen uns nicht immer nur beklagen, sondern eine Kampagne für eine andere Globalisierung beginnen. Eine Globalisierung mit starken sozialen Aspekten. Denn darüber sind sich internationale und nationale GewerkschafterInnen einig: Der Markt allein wird keine bessere Welt bringen. Unsere Erfahrung als Gewerkschafter lehrte uns dass Einheit und Solidarität die wichtigsten Instrumente zur Förderung des Gemeinwohls und der sozialen Sicherung sind."

Prof. Erika Stubenvoll, 2. Präsidentin des Wiener Landtages, sprach in ihren Begrüßungsworten über die wichtige Arbeit, die die Gewerkschaft in den letzten Jahren geleistet hat. "Eine breite Solidarisierung ist notwendig, um Strategien gegen eine unsoziale Politik zu finden", so Stubenvoll. Daher war es besonders wichtig, dass etwa die Kampagne gegen das GATS Abkommen oder das Sozialstaatsvolksbegehren von den Gewerkschaften unterstützt wurden. "Nur internationale Netzwerke und starke nationale Gewerkschaften können den sozialen Frieden gewährleisten zum Wohle aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", so Stubenvoll abschließend.

Das Motto des Gewerkschaftstages "Die Globalisierung des Kapitals erfordert die Solidarisierung der Menschen" sei nicht nur sehr zeitgemäß, sondern auch ein dringendes Anliegen, sagte Sozialminister Mag. Herbert Haupt. Es sei außerdem wichtig für ein Land, dass es einen guten, funktionierenden sozialen Dialog habe. Haupt dankt dem scheidenden Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil dafür, dass er im Zuge der Konflikte um die Pensionsreform 2003 diesen Dialog ermöglicht habe: "Er hat mit den runden Tischen den Menschen auf der Straße die Möglichkeit gegeben, zu verhandeln, und er hat auch der Regierung die Möglichkeit zum Dialog gegeben. Wir brauchen dieses Miteinander im Land." Auch Haupt ging auf die Harmonisierung der Pensionen ein: "Ich nehme gerne die Vorschläge der Gewerkschaften auf, weil ich nicht Augen und Ohren verschließe vor neuen Argumenten und Vorschlägen der Sozialpartner", sagte der Sozialminister zum Thema Schwerarbeiterregelungen bei der Harmonisierung. Er arbeite nun an einer Abänderung des Entwurfes, in dem auch der Vorschlag des ÖGB, bei der Schwerarbeiterregelung nicht Berufe sondern Tätigkeiten zu definieren, enthalten sei.

Der mit tosendem Applaus empfangene Dr. Heinz Fischer, designierter Bundespräsident, versprach den Gewerkschaften, dass er ein guter Gesprächspartner sein werde und ein Bundespräsident, der um die Bedeutung der Gewerkschaften Bescheid wisse und sich auch dazu bekenne. "Gewerkschaften haben jahrzehntelang dazu beigetragen, dass der Mensch nicht nur ein Kostenfaktor auf zwei Beinen ist." In diesem Zusammenhang sprach er sich auch dafür aus, dass soziale Grundrechte in einer wirksamen und vernünftigen Weise in der österreichischen Verfassung verankert werden."

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ÖGB, 21. Juni 2004 Nr. 440

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