KFV KRITISIERT MÄNGEL BEI LKW-FAHRVERBOTEN

Harmonisierung von Wochenendfahrverbot und Ferienreiseverordnung gefordert!

Wien (OTS) - Sommer, Sonne, Stau - das sind die drei wesentlichen Faktoren, damit es auf der Straße so richtig heiß hergeht. Vor allem in den Ferien. Um zumindest die großen "Brummis" nicht mit Autos um die Wette stauen zu lassen, gibt es auch heuer wieder die Ferienreiseverordnung:. An jedem Samstag von acht Uhr bis 15 Uhr dürfen Lkw >7,5t ab 3. Juli bis 11. September auf bestimmten Autobahnabschnitten nicht unterwegs sein. Ab Samstag 15 Uhr bis Sonntag 22 Uhr geht die Ferienreiseverordnung dann nahtlos in das ganzjährige Wochenendfahrverbot über, das auch für Lkw ab 3,5t auf allen Straßen gilt. Zusätzlich ist das Fahren mit Lkw >7,5t an vier besonders verkehrsstarken Freitagen (2., 23., 30. Juli und 6. August) von 15 bis 19 Uhr im Rahmen der Ferienreiseverordnung verboten. Die Ferienreiseverordnung wird im Gegensatz zum Wochenendfahrverbot allerdings jedes Jahr aufs Neue wieder beschlossen. Diese Vorgangsweise kritisiert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) seit Jahren und strebt eine dauerhafte Lösung für das sommerliche Lkw-Fahrverbot an.

Knapp 43 % der Getöteten bei Lkw-Unfällen >3,5t auf Autobahnen verzeichnet

Dass Lkw-Ausnahmebestimmungen notwendig sind, beweisen auch die Zahlen: Im Jahr 2003 wurden bei insgesamt 2.166 Lkw-Unfällen >3,5t 2.892 Menschen verletzt und 144 getötet. Knapp 43 Prozent aller Getöteten bei Lkw-Unfällen über 3,5t wurden auf Autobahnen verzeichnet! Dass der schwächere Verkehrsteilnehmer - in diesem Fall der Pkw - oft das Nachsehen hat, ist eine traurige Tatsache. Die Ferienreiseverordnung gilt nur für schwere Lkw über 7,5t. Lkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen werden nicht berücksichtigt. KfV-Direktor Dr. Othmar Thann erneuert eine langjährige Forderung: "Um die Auswirkungen auf das Unfallgeschehen positiv zu beeinflussen hält das KfV eine Ausweitung der Lkw-Ferienfahrverbote für Lkw über 3,5t für sinnvoll. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung in den Sommermonaten empfehlen wir zudem eine Erweiterung auf die beiden Schnellstraßen S6 und S16." Zu prüfen wäre, ob nicht aufgrund der EU-Erweiterung zusätzliche Hauptverkehrsrouten integriert werden müssen. Laut Untersuchungen des KfV kann aufgrund der Ferienreiseverordnung eine Stauminimierung und Verflüssigung des Verkehrs erzielt werden.

Thann: Ferienreiseverbot und Wochenendfahrverbot endlich harmonisieren!

KfV-Direktor Thann kritisiert das Provisorium: "Jahr für Jahr wird eine Ferienreiseverordnung erlassen, eine dauerhafte Lösung wäre für Frächter und Urlaubsreisende aus dem In- und Ausland leichter nachvollziehbar. Auch die unterschiedlichen Ausnahmebestimmungen stiften nur Verwirrung und sollten rasch harmonisiert werden."

11 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 6 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 7 Pkw-Insassen (davon 6 Lenker), 1 LKW-Lenker, 1 Motorradfahrer und 2 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (3), Vorrangverletzung (3), technischer Defekt (1), Fehlverhalten Radfahrer (1) und unbekannte Ursache (3) festgestellt werden. 7 der 11 Unfälle waren Alleinunfälle. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. Vom 1. Jänner bis zum 20. Juni dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 323 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 387 Menschen tödlich.

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