Jahrestagung der österreichischen Holzindustrie zu Perspektiven der Branche

Roadmap sieht Verdoppelung der Marktanteile von Holz im Baugeschehen bis 2010 vor

Wien (PWK428) - Mit den Perspektiven einer Branche, die sich zum Ziel gesetzt hat, für die gesamte Holzwirtschaft Stärke und Schlagkraft zu erreichen, befasste sich gestern, Donnerstag, die Jahrestagung der österreichischen Holzindustrie. In der "Roadmap 2010" solle es durch intelligentes Vernetzen der Organisationen und Verbände gelingen, die strategischen Interessen zu bündeln und dadurch die Lebensfähigkeit der Betriebe entlang der Wertschöpfungskette Holz zu steigern, betonte der Vorsitzende der Holzindustrie Österreichs, Erich Wiesner. Das Ziel: Holz und Holzprodukte sollen zum führenden Baumaterial werden und die Marktanteile im Baugeschehen bis 2010 verdoppelt werden.

Eine Lanze brach Wiesner für die großteils klein- und mittelbetrieblich strukturierten Zimmerei- und Holzbaubetriebe, "die für den ganzen Wertschöpfungsprozess die Verantwortung tragen, ob sich Holz am Markt durchsetzen kann oder nicht". Denn nur dort passiere durch den unmittelbaren Kontakt mit den Entscheidungsträgern, den Architekten, Bauherrn und Planungsbüros die Entscheidung über den Einsatz von Holz und dort lagere auch das Holzbau Know-how. Dieses "Anwenderwissen" soll, geht es nach den Vorstellungen von Wiesner, verstärkt nachgefragt werden, um sich gegen die Mitbewerber am Markt aus der Stahlbranchen bzw. der stein-und keramischen Industrie durchsetzen zu können.

Wie wichtig auch eine international vernetzte Vorgangsweise sei, unterstreiche nicht zuletzt die hochkarätige Beteiligung ausländischer Repräsentanten bei dieser Jahrestagung. Holz, so Wiesner, sei für die europäischen Volkswirtschaften von größter Bedeutung, da es nicht importiert werden müsse, sichere Arbeitsplätze gerade im ländlichen Raum schaffe und erhalte und insgesamt einen wesentlichen Anteil an positiven Außenhandelsbilanzen habe.

2002 habe die Holzindustrie 155 Mrd. Euro in der EU umgesetzt. 55 Prozent entfielen dabei auf den Sektor Möbel, 15 Prozent auf Bauelemente, 12 Prozent auf den Bereich Sägen und Hobeln, 9 Prozent auf Holzwerkstoffe, 3 Prozent auf den Bereich Verpackung sowie 6 Prozent auf andere Bereiche, nannte Filip De Jaeger, der Generalsekretär von CEI Bois (Confederation of European Woodworking Industries), Zahlen. Im Vergleich zu Nordamerika zeige sich, dass sowohl der Verbrauch von Massivholz als auch von Holzwerkstoffen ungleich höher sei als in Westeuropa. Die Holzbetriebe in Nordamerika seien zudem größer als jene in Europa, wobei auch hier eine Konsolidierung mit einigen großen Gruppen aber noch vielen kleinen und mittleren Betrieben sichtbar sei.

Vor diesem Hintergrund habe man sich auf europäischer Ebene entschlossen eine "Steering Group" für den Prozess "Building with wood" zu bilden. Österreich habe darin den Vorsitz. Vorrangiges Ziel:
Die Normen auf nationaler wie internationaler Ebene dem heutigen Stand der Technik anpassen und anwenderfreundlich zu gestalten. "Hierfür benötigen wir die Zusammenarbeit der gesamten Wertschöpfungskette, also auch der Industrie, und natürlich von Wissenschaft und Forschung", so der Vorsitzende der österreichischen Holzindustrie.

Bo Borgström, Präsident der CEI unterstrich, dass sich die Verwendung von Holzprodukten in Europa steigern müsse, um für die Branche eine sichere Zukunft garantieren zu können. Tatsache sei, dass die meisten Holzprodukte im Bausektor Verwendung finden würden. Zu hinterfragen sei, ob die Branche auch in der Baubranchen auf entsprechende Resonanz treffe. Der Roadmap-Prozess werde deshalb u.a. folgende Bereiche beinhalten: Bauen mit Holz, Leben mit Holz, Transport und Verpackung, Holz in der nachhaltigen Entwicklung.

Zu den Zielen gehöre, so De Jaeger, den Pro-Kopf-Verbrauch von Holz aggressiv zu steigern und neue Märkte außerhalb Europas zu entwickeln. Schwächen von Holz sollten auf technischer und Ausbildungsebene überwunden werden. Zudem gelte es, einen Umweltkatalog zu erstellen, bei dem die Themen "Umwelt" und "Nachhaltigkeit" Grundbausteine sind. (us)

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