China: Zweitwichtigster Überseemarkt nach den USA

Nach Rückgang der Exporte 2003 geht es heuer wieder steil bergauf - Ausfuhrzuwachs im ersten Quartal 16%

Wien (PWK427) - Die nackten Zahlen betrachtend, war 2003 ein schlechtes Jahr für die österreichischen Exporte nach China, der zweitwichtigsten Überseedestination (nach den USA) für den österreichischen Außenhandel. Die Ausfuhren nach China gingen 2003 gegenüber dem Vorjahr um 24,1% auf 888,5 Mio Euro zurück. Der Euro-Dollar-Wechselkurs, die Irakkrise und SARS zeigten Wirkung. "Bei den Exporteinbrüchen nach China spielt aber noch ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. "Das Minus erklärt sich unter anderem durch 'scheinbare' Flugzeugexporte - zur Wartung und Reparatur - aus Österreich nach China in den Jahren 2001 und 2002. Nach Bereinigung der Statistik um diese Posten legten die Exporte nach China 2003 sogar um 3,5% zu."

Anders sieht die Lage bei den Ausfuhren nach Hongkong aus, wo die WKÖ, neben den Standorten Peking und Shanghai ebenfalls eine Außenhandelsstelle unterhält. Das starke Minus nach Hongkong (-25% auf 432 Mio Euro) ist in erster Linie durch SARS bedingt, da Hongkong im asiatischen Raum von der SARS-Krise am stärksten betroffen war. Das rückläufige Ergebnis ist aber auch auf die gesunkenen Lieferungen von Nachrichtengeräten zurückzuführen, die sich - nach einer nicht nachhaltigen Lieferspitze im Jahr 2002 - wieder auf dem Niveau der vorangegangenen Jahre eingependelt haben. Abgesehen davon hat sich die österreichische Exportwirtschaft in einem von schwierigen Rahmenbedingungen (SARS, Euro-Kurs) geprägten Umfeld recht gut geschlagen. Auf der Ausfuhrseite haben sich Glaswaren als stärkste Position behauptet. Erfreulich haben sich auch die Lieferungen von elektrischen Maschinen und Geräten sowie Maschinen für verschiedene Zwecke entwickelt. Der gesunde Branchenmix dürfte das Exportergebnis in Zukunft stärker gegen sektorale Einflüsse absichern. Anzumerken ist aber, dass die österreichischen Ausfuhren nach Hongkong seit 1999 insgesamt um 84% zugelegt haben.

Generell ist zu erwähnen, dass die Talsohle bei den österreichischen Chinaexporten durchschritten ist, wie auch die Zahlen für das erste Quartal 2004 eindrucksvoll belegen. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres verzeichneten die Austro-Exporte gegenüber der Vorjahresperiode ein sattes Plus von 15,9% auf 235 Mio Euro. Als Exportzielland rangierte China für Österreich an 18. Stelle und war damit nach den USA aber vor Japan zweitwichtigster Überseemarkt (inklusive Außenhandel mit Hongkong ergibt sich Rang 13 knapp hinter Polen). Der Anteil Chinas an den österreichischen Ausfuhren beläuft sich auf 1,14% - immerhin eine Verdoppelung seit 1997. Die österreichischen Ausfuhren nach China umfassen zu etwa 70% Maschinen, Industrieanlagen und Fahrzeuge. Schwerpunktbranchen sind die Eisen-und Stahlindustrie, Kunststoffverarbeitung, Papierherstellung, Energieerzeugung und -verteilung und Umweltschutz (Abwasserreinigung). Im Transportsektor liefert Österreich Spezialfahrzeuge, Fahrzeugkomponenten und Eisenbahntechnik und -ausrüstung.

2003 betrugen die von Österreich getätigten Direktinvestitionen in China gemäß chinesischem Wirtschaftsministerium 94,5 Mio. US-Dollar. Der Wert der insgesamt in China getätigten österreichischen Investitionen liegt bei ca. 515 Mio. USD. Von den über 200 in China vorhandenen Niederlassungen österreichischer Unternehmen produziert ca. ein Viertel im Lande selbst. Die Produktionsniederlassungen konzentrieren sich auf die Provinzen Guangdong, Jiangsu und Liaoning, während Repräsentanzbüros überwiegend in Shanghai und Peking unterhalten werden. (BS)

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