AKS: ÖVP/FPÖ beweisen mit dringlicher Anfrage satirisches Talent

Wien (SK) Die Aktion kritischer SchülerInnen zeigte sich Donnerstag äußerst belustigt über die dringliche bildungspolitische Anfrage von ÖVP/FPÖ an Ministerin Gehrer und wehrt sich gegen die bewusste Mythenbildung über das österreichische Schulsystem. "Die dringliche Anfrage liest sich wie eine Satire auf Phrasendrescherei und ideologische Scheuklappen", kommentierte die AKS-Bundesvorsitzende Kathi Kreissl die heute im Parlament eingebrachte Dringliche. Das Problem sei nur, dass sie ernst gemeint ist. "Mit einer derartigen Dreistigkeit bewusst Fakten über das österreichische Schulsystem zu verdrehen, ist eine Verhöhnung der österreichischen Bevölkerung." ****

Das Motto 'Durchlässigkeit statt Sackgasse' sei das letzte, das auf das österreichische Schulsystem
zutrifft. "Was verstehen ÖVP/FPÖ unter Durchlässigkeit? Wenn HauptschülerInnen aus Akademikerhaushalten zehnmal mehr Chancen auf eine erfolgreiche Matura haben, als ihre KollegInnen aus der niedrigsten Bildungsschicht, ist das dann Durchlässigkeit? Wenn der Mädchenanteil in hauswirtschaftlichen Schulen 89 Prozent beträgt, während Burschen in technischen Schulen mit 93 Prozent die Mehrheit bilden, ist das dann Durchlässigkeit? Wenn genau 4,1 Prozent der MigrantInnenkinder Gymnasien besuchen, ist das Durchlässigkeit?"

Besonders ärgert Kreissl die unseriöse Auseinandersetzung mit Verbesserungsvorschlägen. "Alternative Leistungsbeurteilung, Gesamtschule und ganztägige Schulformen haben sich in anderen Ländern mehrmals bewiesen. Darauf konsequent nicht einzugehen und sie in keinster Form seriös und sachlich zu diskutieren, zeugt von einer nicht unwesentlichen Arroganz" so die Schülervertreterin. "Soziale Selektion wird durch das österreichische Schulsystem forciert anstatt ausgeglichen. Dass Ministerin Gehrer darauf bewusst nicht reagiert, legt den Schluss nahe, dass Verbesserungen in dem Bereich gar nicht erst erwünscht sind." (Schluss) ns/mp

Rückfragehinweis: Kathi Kreissl (0699) 11 40 81 42

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