NEWS-Gallup-Umfrage: 53% geben Haider Schuld an FP-Wahldebakel

61% sehen EU-Wahl als "Denkzettel für FPÖ" - HPM-Partei bei Nationalratswahlen für 35% "prinzipiell wählbar"

Wien (OTS) - In einer Gallup-Umfrage (400 telefonische Interviews
zu Wochenbeginn) in der Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS fällen die Befragten ein vernichtendes Urteil über die FPÖ und Jörg Haider: 61 Prozent werten es als Denkzettel für Haider, nur 26 Prozent als einen für die EU-Bürokratie, gar nur 11 Prozent als einen für die Regierung.

53 Prozent meinen, dass Jörg Haider das Wahldebakel persönlich zu verantworten habe, 28 Prozent geben der derzeitigen FP-Spitze um Herbert Haupt und Ursula Haubner die Schuld, nur 18 Prozent den EU-Kandidaten der FPÖ.

Die Folgen dieses Urteils für die FP-Zukunft: Immerhin schon 42 Prozent (gegen 49 Prozent) meinen, dass die FPÖ in Opposition gehen solle. Hauchdünn noch die Mehrheit für einen Weiterbestand von Schwarz-Blau: Stolze 45 Prozent meinen, dass der Kanzler die Koalition beenden sollte, wenn Haider oder der rechte FP-Flügel die Parteispitze übernimmt, nur 46 Prozent sind auch in diesem Fall fürs Weitermachen.

Ebenfalls deutlich die Antwort auf die Frage, wer künftig in der FP-Spitze das Sagen haben sollte: Gerade noch 18 Prozent meinen, dass das Jörg Haider sein solle. Immerhin 23 Prozent sind fürs Weitermachen der derzeitigen, eher glücklosen Riege. Und 36 Prozent -doppelt so viele Wähler wie für Jörg Haider - finden Andreas Mölzers Vorschlag, dass es einen Generationswechsel geben sollte, richtig.

Dramatisch auch eine "Sonntagsfrage", bei der eine mögliche Kandidatur von Hans-Peter Martin auch für den Nationalrat erstmals mit berücksichtigt wurde: Hans-Peter Martin käme aus dem Stand auf vier Prozent, könnte also knapp die Hürde für den Einzug schaffen -sein Potenzial von Wählern, die sich eine Stimme für ihn vorstellen können, liegt bei hohen 35 Prozent.

Dafür bluten - außer den Grünen - alle anderen Parteien: Die SPÖ käme auf 38 Prozent (minus vier Prozentpunkte gegenüber Ende März), die ÖVP auf 35 Prozent (minus ein Prozentpunkt), die Grünen mit plus zwei Prozentpunkten auf 14 Prozent und die FPÖ - weiter im freien Fall - läge praktisch schon auf dem Tiefstniveau des EU-Ergebnisses:
Noch einmal minus zwei Prozentpunkte und auch bei einer Nationalratswahl nur mehr sieben Prozent.

Womit die Freiheitlichen weder für die SPÖ noch für die ÖVP als Koalitionspartner in Frage kämen, weil sich rein rechnerisch weder für Rot-Blau noch für die derzeitige schwarz-blaue Koalition eine Mehrheit ausginge. Freilich hat die amtierende Koalition ohnehin nur noch eine Zustimmung von 15 Prozent, Rot-Blau wünschen sich gar nur vier Prozent.

Von den noch möglichen Koalitionen ist die Große Koalition mit 35 Prozent wieder einmal deutlich die Nummer eins. Mit Respektsabstand folgt Rot-Grün mit einer Zustimmung von 20 Prozent. Die Wunschkoalition vieler VP-Funktionäre, Schwarz-Grün, die sich rechnerisch mit gemeinsam 49 Prozent ohnehin möglicherweise gar nicht ausginge, kommt auf enttäuschende 13 Prozent Zustimmung.

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