Resolution 2: Geriatriezentren als Krankenanstalten führen

Nur so könne die Betreuungssituation optimiert werden - Ärztekammer will ärztlichen Dienst rund um die Uhr

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit der seit Monaten laufenden Berichterstattung über Probleme in den Wiener Städtischen Pflegeheimen und Geriatriezentren hat die Vollversammlung der Ärztekammer für Wien gestern Abend eine weitere Resolution beschlossen. Darin wird ein ärztlicher Dienst rund um die Uhr und die Betreuung durch Angehörige der gehobenen medizinischen Dienste in allen Wiener Pflegeheimen und Geriatriezentren gefordert. Nur so könne eine optimale Betreuung der Pfleglinge erreicht werden, verlautete aus der Ärztekammer. ****

Angesichts der wachsenden Bedeutung des Erwerbs von speziellen Kenntnissen und Fertigkeiten im Bereich der Geriatrie sei es notwendig, alle Voraussetzungen zu schaffen, dass die Wiener Städtischen Pflegeheime und Geriatriezentren als Ausbildungsstätten für die Turnusausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin anerkannt würden. Dazu gehöre die Beibehaltung des Niveaus der gegenwärtigen ärztlichen Personalstruktur ebenso wie die Errichtung und der Betrieb dieser Institutionen entsprechend dem Krankenanstaltengesetz, heißt es weiter in der Resolution.

Tatsächlich weisen die Wiener Städtischen Pflegeheime und Geriatriezentren die wichtigsten Merkmale von Krankenanstalten auf. Trotz wiederholter Urgenz seitens der Wiener Ärztekammer sind diese Einrichtungen aber noch immer nicht in die einzig sinnvolle Rechtsform als Pflegeanstalt nach dem Krankenanstaltengesetz übergeführt worden. "Der gegenwärtige Betrieb dieser Einrichtungen im weitgehend rechtsfreien Raum trägt sicherlich auch nicht zu einer Stabilisierung des Betriebs bei, sondern nimmt Verunsicherung der Mitarbeiter und unklare Kompetenzlage in Kauf." Die Vollversammlung der Wiener Ärztekammer fordert daher, dass diese Einrichtungen endlich als Pflegeanstalten nach dem Krankenanstaltengesetz ("Geriatrische Krankenhäuser") konstituiert würden.

Eindeutig abgelehnt wird die Umwandlung von Geriatriezentren in Pflegeheime. Damit würde die Kontinuität und Qualität der medizinischen Betreuung gefährdet werden, da das erst als Entwurf vorliegende Wiener Heimgesetz für den Betrieb beispielsweise des Geriatriezentrums am Wienerwald ungeeignet sei und auch die Funktion der Geriatriezentren als Ausbildungsstätten für die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin verhindere.

Die Vollversammlung der Ärztekammer fordert zusammenfassend die

- Umwandlung der Wiener Städtischen Pflegeheime und Geriatriezentren in Pflegeanstalten nach dem Krankenanstaltengesetz (KAG),

- die Schaffung der rechtlichen Voraussetzungen, damit diese Institutionen als Ärzte-Ausbildungsstätten fungieren können sowie

- die Lösung der Trägerprobleme nicht durch "Abschieben" dieser Institutionen in völlig ungeeignete rechtliche Konstruktionen, sondern durch zeitgemäßes Management, zu erreichen. (hpp)

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