"Neues Volksblatt" Kommentar: "Die Wurzel" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 16, Juni 2004

Linz (OTS) - =

Die Lautstärke, mit der man sich nach dem
erfolgreichen Vorzugsstimmen-Wahlkampf im Mölzer-Lager in die Haare geriet, hält mit der tatsächlichen politischen Relevanz in Österreich nicht Schritt. Denn auch 20.000 Sympathie-Erklärungen - sollte Mölzer sie tatsächlich erreichen - bedeuten umgerechnet auf die Zahl der bei der EU-Wahl abgegebenen Stimmen gerade einmal 0,8 Prozent. Die "schmissige" Truppe um Mölzer und Stadler rangiert damit auf einer Ebene mit den "Linken" und liegt als "Zellkern" der FPÖ, als den man sich versteht, fernab von jeglichem Parlamentsmandat.
Befunde, wonach Regierungsarbeit automatisch Verluste bringe, Oppositionsarbeit (und Jörg Haider an der Spitze) dagegen Gewinne, greifen nicht nur sachlich daneben. Sie vernachlässigen auch den grundsätzlichen Wunsch nach Gestaltung, den Parteien in einer Demokratie eigentlich in sich tragen sollten. Und sie vernachlässigen, dass Niedergänge meist selbst verschuldet sind -etwa durch Wähler abstoßende Querelen oder Wankelmütigkeiten. Viel an der internen FP-Kritik gleicht Schuldweglegung: Die Wurzel des jetzigen Niedergangs heißt nämlich Knittelfeld.

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