ÖAMTC: Vorteil des neuen Haftpflicht-Versicherungsgesetzes ist höherer Deckungsschutz

Prämienerhöhungen über Verbraucherpreisindex werden unattraktiv

Wien (ÖAMTC-Presse) Heute hat der Ministerrat eine seit April 2001 auf Eis liegende und längst fällige Neuerung im Kfz-Versicherungswesen beschlossen: Die vom ÖAMTC seit Jahren vehement geforderte Anhebung der gesetzlichen Mindestversicherungssummen für den Kfz-Haftpflichtversicherungsvertrag werden von derzeit 1,09 Millionen Euro auf 3 Millionen Euro wird damit umgesetzt. "Das bedeutet, dass im Falle eines "Großschadens" der versicherte Schädiger keine Angst haben muss, dass sein Versicherungsschutz nicht ausreicht und er persönlich für die verursachten Schäden zur Verantwortung gezogen wird. Der Geschädigte schaut nicht so leicht durch die Finger", erklärt der ÖAMTC-Chefjurist Hugo Haupfleisch.

Diese Neuerung ist positiv zu bewerten. Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass - etwa im Fall des spektakulären Tauerntunnelbrandes - diese Summe nicht ausgereicht hätte, um auch nur annähernd die Ansprüche der zahlreichen Opfer als auch des Autobahnbetreibers Asfinag zu befriedigen. Das zeigt, dass die seit Jahren erhobene Forderung des ÖAMTC nach noch wesentlich höherer Festsetzung mehr als gerechtfertigt ist. "Daher sieht man beim Club in dieser Gesetzgebungsmaßnahme nur einen ersten Schritt auf dem Weg zu europaweit akzeptablen Absicherungen durch die Kfz-Haftpflicht-Versicherung", sagt Haupfleisch.

Mit großem Interesse wird der ÖAMTC auch die Auswirkungen von den ebenfalls geschaffenen neuen Bestimmungen zu den Prämien-Anpassungsklauseln verfolgen: Der Versicherer darf die automatische Prämienerhöhung über einen Index festlegen. Er muss aber wählen, ob er sich am "normalen" Verbraucherpreisindex (VPI) orientiert oder ob er die Kriterien für allfällige Erhöhungen selbst festlegt. In beiden Fällen besteht zwar ein Kündigungsrecht, bei der Anpassung nach dem VPI muss der Versicherer aber darauf nicht besonders hinweisen.

Haupfleisch sieht in der Novelle für die Kunden neue Vergleichsmöglichkeiten:

  • Erstens: Orientiert sich der Anbieter nur am gesetzlichen Mindesterfordernis für die Deckungssumme von 3 Millionen Euro oder bietet er - etwa wie beispielsweise die ÖAMTC-SK-Versicherung -freiwillig und vielleicht sogar ohne Prämienzuschlag 10 Millionen (oder mehr) Deckung an?
  • Zweitens: Verlangt der Versicherer eine Prämienerhöhung um mehr als den VPI - auch um den Preis, dass die Kunden mit der Nase auf ihr Kündigungsrecht gestoßen werden müssen - oder begnügt er sich mit der "Anpassung" nach dem VPI und hofft, dass die Kunden diese Erhöhung widerstandslos hinnehmen?

Vergleichen zahlt sich auf jeden Fall aus, wenn auch Spezialrabatte, Sonder-Bonusstufen, Zugangsbeschränkungen und Sonderauflagen im Kleingedruckten den Vergleich äußerst schwierig machen. Der ÖAMTC hat daher ein Formular zum Herunterladen von seiner Homepage bereitgestellt, das die gezielte Einholung von Angeboten nach kundenspezifischen Angaben ermöglicht.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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