AK befürchtet Nachteile für Mieter durch Privatisierung der Bundeswohnungen

Wien (OTS) - Finanzminister Grasser hat sein Versprechen gegenüber den Mietern endgültig gebrochen, sie könnten ihre Mietwohnungen günstig kaufen, kritisiert AK Wohnexperte Franz Köppl. Er befürchtet durch die Privatisierung Mietverteuerungen und eine zunehmende Unsicherheit für Mieter. Denn die künftigen privaten Eigentümer haben die Bundeswohnbaugesellschaften zur Maximierung ihrer Renditen gekauft, und das wird auf Kosten der Mieter gehen, so Köppl.

Zur Vorgeschichte: Im Jahr 2001 hat der Finanzminister die fünf gemeinnützigen Bundeswohnbaugesellschaften in gewerbliche Baugesellschaften umgewandelt. Dabei hat er behauptet, dass "die geplante Privatisierung für viele der heutigen Mieter die einmalige Chance berge, zu Preisen weit unter dem Verkehrswert Wohnungseigentum zu erlangen" (APA 8. Dez 2000). Statt einer Verkaufsaktion erfolgte jedoch eine Verkaufsverhinderungsaktion mit gesetzwidrig überhöhten Preisen, kritisiert Köppl. An Mieter wurden nicht einmal 5 Prozent der Wohnungen verkauft und das zu Preisen, die weit über dem Durchschnittserlös des heute bekanntgegeben endgültigen Verkaufes an die Finanzinstitute liegen. Während Mieter im Schnitt rund 100.000 Euro pro Wohnung bei der BUWOG bezahlten, beträgt der theoretische Verkaufspreis, den die Finanzinstitute bezahlen müssen, unter Einbeziehung der Schuldenübernahme nur rund 40.000 Euro pro Wohnung. Wobei die privaten Finanzinstitute noch zusätzlich 5,1 Mio Quadratmeter unbebaute Grundstücke, 400 Gewerbeimmobilien und 23.000 Parkplätze dazubekommen.

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