Herzl-Symposium: Vortrag von Klaus Dethloff

Wien (OTS) - Weniger die Dreyfuss-Affäre als das Wirken von Rechtsprinzipien aus der Französischen Revolution standen am Dienstag Vormittag im Mittelpunk des Vortrages "Herzl und Frankreich" von Klaus Dethloff, der gegenwärtig an der Uni Wien u.a. griechische und jüdische Philosophie lehrt. Herzl, der sich während seines vierjährigen Korrespondenten-Aufenthaltes in Paris mit dem französischen Antisemitismus konfrontiert sah, griff bei seiner Konzeption des "Judenstaates", so der in Wien lehrende Dethloff, im wesentlichen auf die "3. Stand"-Theorie der Französischen Revolution von 1789 zurück. Damit habe Herzl die zionistische Idee auf moderne polittheoretische Füße gestellt, so Dethloff, der weiters darauf hinwies, dass mit dem "Judenstaat" Herzls die zionistische Idee erstmals über eine dauerhafte Handlungsfähigkeit verfügte. Ebenso machte Dethloff auf die juristische Klugheit Herzls aufmerksam, der konsequent allgemein gültige rechtsstaatliche Prinzipien in die zionistische Bewegung eingeführt habe. So etwa betrachtete Herzl den ersten Zionisten-Kongress in Basel als entsprechende Nationalversammlung. Nur folgerichtig vertraute Herzl seinen Aufzeichnungen an, dass "ich in Basel den Judenstaat gegründet habe."

Klaus Dethloff studierte Judaistik, Orientalistik, Philosophie und klassische Phiologie und lehrt gegenwärtig Logik, jüdische und griechische Philosophie an der Universität Wien.

Das 5. Internationale Theodor Herzl-Symposium, welches am Montag feierlich eröffnet wurde, dauert bis Donnerstag (17.6.) an. Die Veranstaltungen des Symposium sind frei zugänglich, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Weitere Informationen bzw. Anmeldung vor Ort im Rathaus (Festsaal) möglich.

o Infos auch unter: http://www.wien.gv.at/spezial/herzl/

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