Glawischnig: Unseriöse Ökostrom-Aussagen von Regulator Boltz

Grüne lehnen geplanten Systembruch und Deckelung ab

Wien (OTS) - "Stromregulator Walter Boltz versucht mit unseriösen Methoden das erfolgreiche heimische Ökostrommodell schlecht zu reden", übt Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen, Kritik an den Aussagen des österreichischen Stromregulators. Die Behauptung, durch Ökostromausbau würden nur begrenzt Arbeitsplätze und Wertschöpfung geschaffen, wohingegen die Haushalte wegen unter einer Kostenexplosion zu leiden hätten, seien aus der Luft gegriffen, kritisiert Glawischnig. Allein für das Jahr 2004 sei im Bereich Biomasse und Windkraft ein Investitionsvolumen von 500 Mio. Euro in Planung, was bis zu 8000 Arbeitsplätze bedeuten könnte. Das von Boltz geforderte Ausschreibungsmodell mit Finanzdeckel, welches die fixen Einspeisetarife ablösen soll, wird von den Grünen strikt abgelehnt. "Dieser Systembruch würde zu einem Ökostrom-Ausbaustopp führen. Das wäre ein umwelt- und wirtschaftspolitischer Rückschlag", so Glawischnig. Glawischnig wirft überdies die Frage auf, ob es einem Stromregulator zustehe, sich öffentlich auf die Seite von Industriellenvereinigung und Papierindustrie zu schlagen, vor allem wenn er dafür wider besseres Wissen mit falschen Zahlen und Behauptungen argumentiere.

Denn dem von Boltz herbeigeredeten Aufstand der StromzahlerInnen wegen einer angeblichen Kostenexplosion fehle jede Grundlage. Die gesamten Ökostromkosten bewegen sich für einen Durchschnittshaushalt derzeit bei 12 Euro inkl. MwSt. Steige der Ökostromanteil in den kommenden zwei bis drei Jahren auf fünf Prozent, so stiegen die Kosten auf maximal 19 bis 20 Euro pro Jahr. Die Behauptung, dass jeder Prozent Ökostrom mit 500 Mio. Euro staatlich unterstützt werden müsse, sei falsch. Boltz habe bei seinen Berechnungen weder die inflationsbedingte Kostensenkung noch den steigenden Marktpreis berücksichtigt. Die heuer einmalige Technologieförderung der Länder berechne Boltz fälschlicher Weise für 13 Jahre. Ein Prozent Ökostrom kosteten tatsächlich nicht mehr als 250 bis 350 Mio. Euro, so Glawischnig.

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