ARBÖ: Verbilligungen an Ölmärkten ging an heimischen Autofahrern vorbei

Auch Abstand zu den EU-Nettopreisen hat sich vergrößert

Wien (OTS) - 92 Prozent der Autofahrer sind überzeugt, dass Preissenkungen an den internationalen Ölmärkten von den Mineralölfirmen nur sehr langsam weitergegeben werden. Das ergab eine vom ARBÖ in Auftrag gegebenen Umfrage der OEKONSULT Anfang Mai. Anhand der tatsächlichen Preisentwicklungen weist der ARBÖ nach, dass die Autofahrer in den letzten vier Wochen mit ihrer Einschätzung richtig
liegen: Während international der Preis für Eurosuper um 17,5 Prozent eingebrochen ist, wurde an den heimischen Zapfsäulen im Durchschnitt genau jener Preis verlangt wie vier Wochen vorher, als international Spitzenwerte erreicht wurden (siehe Grafik). "Es gibt noch genug Spielraum für Preissenkungen, daran ändern die minimalen Spritpreissenkungen der letzten Tage um ein bis vier Cent nichts", stellt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar nachdrücklich fest.

   Die Mineralölindustrie betont, sich bei der inländischen Preisbildung an den internationalen Produktenpreisen zu orientieren, die sich am Spotmarkt in Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) bilden. Am 14. Mai notierte dort Eurosuper mit dem diesjährigen Höchstwert von 467,3 Dollar je Tonne. Seit diesem Zeitpunkt (siehe Grafik) sind dort die Preise gefallen. Seit Anfang Juni sind sie stets unter der 400-er Marke geblieben. Am 9. Juni fiel der Preis gar auf 376,50 Dollar zurück, um sich am 11. Juni wieder auf 385,80  Dollar zu stellen. Mit anderen Worten: in den letzten vier Wochen (von 14. Mai bis 11. Juni) hat sich der Produktenpreis für Eurosuper um 17,5 Prozent verbilligt. (Da die Autofahrer in Europa mit Euro zahlen, die Mineralölfirmen an den internationalen Ölbörsen aber mit Dollar einkaufen, müsste man die Euro/Dollar-Entwicklung berücksichtigen. Umgerechnet auf den jeweils aktuellen Eurokurs ergibt sich eine noch deutlichere  Preissenkung um 18,7 Prozent, von  395,25 auf 321,34 Euro.)

   Wie die Grafik zeigt, gab es in diesen vier Wochen bei den österreichischen Durchschnittspreisen für Eurosuper jedoch kaum Bewegung. Ein Liter Eurosuper (95 Oktan) kostete am 14. Mai 0,976 Euro und verteuerte sich bis 24. Mai sogar noch um knappe 2 Cent auf 0,995 Euro. Anschließend sank er (bis 1. Juni) um 1,3 Cent auf 0,982 Cent, stieg anschließend wieder um 0,3 bis 0,4 Cent, um anschließend um 1,1 Cent zurückzugehen. Am 11. Juni kostete der Liter Eurosuper wieder 0,976 Euro genauso viel wie vier Wochen davor. So als hätte es auf den internationalen Börsen keinen Einbruch um 17,5 oder 18,7 Prozent gegeben.

   Die in der Vorwoche und in dieser Woche erfolgte Verbilligung der Richtpreise wirkt sich kaum auf den durchschnittlichen Zapfsäulenpreis auf, weil diese Richtpreise meist nur auf den Autobahntankstellen verrechnet werden und damit nur zirka 80 von 2.800 Tankstellen betreffen. "Selbst wenn man die Verbilligungen der Richtpreise um 4 Cent berücksichtigt, kämen wir seit 14. Mai nur auf ein minimale Verbilligung um 3,4 Prozent", weist Dr. Hellar auf den krassen Unterschied zwischen der internationalen und nationalen Entwicklung hin.

   Ein weiteres Indiz dafür, dass in Österreich der Spritpreis für Eurosuper im genannten Zeitraum stärker angestiegen ist als in anderen Teilen Europas liefern die Nettopreise (noch ohne Steuern und Abgaben): der Abstand zwischen dem höheren österreichischen Nettopreis und dem EU-Durchschnitt  hat sich in vergrößert, von 2,3 auf über 3 Cent. Gleich viermal wurde in den letzten sechs Wochen das frühere Limit von 2,9 Cent durchbrochen: 3,2 (am 12. Mai), 3 Cent (19. Mai), 3,2 Cent (26. Mai) und 3,2 Cent (11. Juni).

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