Treffen der Textilindustrie zu weltweit grassierendem Musterdiebstahl

Kritik an unfairen Wettbewerbsbedingungen in Billigstländern

Wien (PWK408) - Am 11. Juni 2004 trafen sich in Mailand Spitzenvertreter der europäischen Stickerei-, Spitzen- und Gardinenindustrie. Es war die Tagung des Director's Board von Celibride dem europäischen Verband für diese drei Sparten der Textilindustrie. Es ist das Führungsgremium von Celibride, das sich zwei Mal im Jahr trifft, um über neue Projekte und den Fortgang der gemeinsamen Lobbyingarbeit zu entscheiden.

Die Vorarlberger Stickereiindustrie war durch den Präsidenten des Verbandes, Heinz Hämmerle und den Geschäftsführer Christoph Walch vertreten. Generalsekretär von Celibride ist seit vielen Jahren der Geschäftsführer des österreichischen Textilverbandes, Wolfgang Zeyringer. Neben Österreich sind in Celibride die Industrien Italiens, Frankreichs, Deutschland, der Schweiz und der Türkei vertreten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Celibride ist die Bekämpfung des weltweit immer mehr grassierenden Musterdiebstahls. Neue innovative Designs und Muster sind mit enormem finanziellen Aufwand verbunden und sind gleichzeitig eine der Hauptstärken unserer Stickereiindustrie. Wird der Schutz dieses geistigen Eigentums endlich stärker respektiert, haben wir auch wesentlich bessere Chancen im Wettbewerb mit der Billigkonkurrenz aus China und anderen asiatischen Ländern.

Stark diskutiert wurden die extrem unfairen Wettbewerbsbedingungen, mit denen die Industrie in China und anderen großen Billigstländern arbeitet. Dazu gehören massive Subventionen, praktisch keine Kosten für Umweltschutz und soziale Absicherung, Kredite, die niedrigst verzinst und allenfalls nicht zurückzuzahlen sind sowie natürlich extrem niedrige Löhne.

Celibride wird in Brüssel gegenüber Euratex sehr klare Worte dafür finden, daß sich die Textilindustrie mit dem Wegfall aller Importquoten Ende des Jahres nur dann abfinden kann, wenn dieser äußerst ungleiche Wettbewerb ein Ende findet. Gegenüber Preisen aus dem Ausland, die betriebswirtschaftlich korrekt kalkuliert sind, kann sich die textilindustrie mit hervorragenden und innovativen Produkte behaupten.

Weiteres Thema war ein eigenens Magazin, das als Sprachrohr von Celibride regelmäßig herausgegeben werden soll. Damit sollen die Forderungen unserer Industrien bestmöglich in der Branche verbreitet werden. Das Magazin soll bei Messen, bei Kunden und anderen wichtigen Entscheidungsträgern plaziert werden. Auch einzelne Mitgliedsfirmen sollen sich in dieser hochwertigen Publikation attraktiv präsentieren können.

Das nächste Treffen findet Anfang November in Nordfrankreich statt. (us)

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Dr. Wolfgang Zeyringer
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