Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 11.Juni 04 1,197 2,11% 4,43% 1873,6 4014,0 10410,1 4.Juni 04 1,221 2,10% 4,38% 1851,2 3944,2 10195,9 Veränderung 2,00% 0,01%Pkt 0,05%Pkt 1,21% 1,77% 2,10%

Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich im Mai weiter entspannt. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft kletterte im letzten Monat gegenüber dem Vormonat um 248.000 (Erwartung: 225.000; April: 346.000). Die Arbeitslosenquote blieb im Mai bei 5,6 Prozent. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt stellt einen wichtigen Einflussfaktor für die Zinsentscheidung der US-Notenbank dar. Je besser sich der Arbeitsmarkt präsentiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung. Das japanische BIP-Wachstum für das erste Quartal wurde kürzlich von auf das Jahr hochgerechneten 5,6 Prozent Q/Q auf 6,1 Prozent Q/Q (Q4: 7,3% Q/Q) nach oben revidiert. Das höhere Wirtschaftswachstum basierte auf dem Aufbau von Lagerbeständen, während der Anstieg der Investitionen etwas nach unten revidiert wurde. In der nächsten Woche ist der Datenkalender wieder voller als in der vergangenen Woche. In den USA wird der Konjunkturbericht der Notenbank (Beige Book) veröffentlicht. Weiters stehen Verbrauchervertrauen, Einzelhandelsumsatz, Industrieproduktion, Philadelphia Fed Index und Frühindikator auf dem Programm. Für die Eurozone werden Industrieproduktion und Konsumentenpreise veröffentlicht.

Der Ölpreis hat sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Die Marke Brent notiert aktuell bei 35,7 US-Dollar je Barrel. Die US-Benzinlagerbestände sind in den letzten Wochen wieder etwas gestiegen und erreichten zuletzt 206 Mio Barrel. Der Benzinlagerbestand, der als ausreichend für eine problemfreie "driving season" angesehen wird, beträgt 210 Mio Barrel.

Der Euro hat sich in den letzten Tagen gegenüber dem US-Dollar mit den jüngsten Äußerungen von Alan Greenspan und des Fed-Präsidenten von St.Louis, William Poole, wieder abgeschwächt. Der US-Notenbankchef hat kürzlich erklärt, dass eine kräftige Zinserhöhung der Fed nicht ausgeschlossen ist, falls die Inflation unerwartet stark anziehen sollte. Laut Greenspan ist der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss aber trotz des gestiegenen Ölpreises weiterhin davon überzeugt, dass die geldpolitischen Schrauben in maßvollem Tempo angezogen werden können. Obwohl Poole heute nur die Greenspan-Äußerungen wiederholte, ist der Dollar im Anschluss an das Interview deutlich gestiegen. Ein höherer Leitzins in den USA reduziert den Renditevorsprung zur Euro-Zone und stärkt damit den Dollar. Wir halten den jüngsten Anstieg des Dollars für etwas übertrieben und erwarten mit den in der nächsten Woche veröffentlichten US-Leistungsbilanzdaten auf Wochensicht eine leichte Abschwächung des Dollars gegenüber dem Euro.

Mit weniger Störfeuer von Seiten des Ölpreises und damit wieder gestiegenem Konjunkturoptimismus konnten die Aktienmärkte im Wochenvergleich wieder zulegen. Der DAX überwand erstmals seit Anfang Mai sogar wieder die Marke von 4000 Punkten. In den letzten Tagen tendierten die Märkte seitwärts. Die US-Börsen bleiben heute aufgrund der Trauerfeiern zum Tod des früheren US-Präsidenten Reagan geschlossen. Während in den vergangenen Wochen vor allem der Ölpreis die Richtung der Märkte bestimmte und die Leitzinsdiskussionen eine geringere Rolle spielten, erwarten wir in den nächsten Wochen mit nun wieder höheren US-Benzin- und Rohöllagerbeständen bzw. gesunkenen Ölpreisen und der näher rückenden US-Leitzinsentscheidung (30. Juni) den dominierenden Einfluss von Seiten der Leitzinsdiskussionen. Auf Wochensicht rechnen wir mit einer Fortsetzung der Seitwärtsentwicklung der letzten Tage.

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