Sucht- und Drogenfragen: Land legt aktuellen Wegweiser auf

LR Bischof: "Kompakter Überblick über wichtige Hilfestellungen und Angebote bei der Suchtkrankenhilfe"

Bregenz (VLK) – Die Trends im Sucht- und Drogenbereich entstehen immer schneller und kurzfristiger. Deshalb hat
das Land den "Wegweiser bei Sucht- und Drogenfragen in
Vorarlberg" neu überarbeitet. Die druckfrische Broschüre
wurde nun von Gesundheitslandesrat Hans-Peter Bischof,
Vorarlbergs Drogenbeauftragten Primar Reinhard Haller und -Drogenkoordinator Thomas Neubacher öffentlich präsentiert.
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Der experimentelle Drogenkonsum ist immer stärker
verbreitet. Um den eigenen psychischen Zustand rasch den Bedürfnissen anzupassen, greifen immer mehr Menschen nicht
nur zu Alkohol und Medikamente, sondern experimentieren
auch mit illegalen Substanzen. Landesrat Bischof: "Waren
frührer fast nur Randgruppen von Drogenkonsum und daraus resultierenden Suchterkrankungen betroffen, tauchen diese Entwicklungen heute in fast allen Gesellschaftsbereichen
auf. Dadurch ändern sich auch die Anforderungen an das
Beratungs- und Behandlungsangebot."

Einrichtungen sind gewappnet – kompakter Überblick

Die Vorarlberger Einrichtungen können auf diese neuen Herausforderungen adäquat reagieren und sind gewappnet.
Bischof: "Mit dem Wegweiser bieten wir einen Überblick über
das dichte Netz der Einrichtungen in Vorarlberg, die allen Betroffenen mit kompetenter zur Hilfe zur Seite stehen."

Die neue Broschüre richtet sich sowohl an Betroffene,
als auch an Menschen, die im Alltag mit Drogenkonsumenten konfrontiert sind. Er bietet einen Überblick über alle
wichtigen Einrichtungen, deren Erreichbarkeit und Angebot.
Der Wegweiser erscheint in einer Auflage von 10.000 Stück
und wird in den nächsten Tagen an über 2.600 Empfänger im
ganzen Land verschickt (Schulen, Behörden, Vereine, Sozialeinrichtungen, Ärzte usw.). Die Broschüre kann auch
gratis bei der SUPRO (Werkstatt für Suchtprophylaxe),
Telefon 05572/55155 oder im Internet unter supro@supro.at angefordert werden.

Trends und aktuelle Entwicklungen

Die seit Jahresbeginn bestehende Befürchtung, dass
insbesondere junge Mensch wieder vermehrt zu Opiaten
greifen, hat sich laut Primar Haller leider bewahrheitet:
"Heroin wird etwa dazu missbraucht, um sich von den
Aufputschern wie XTC und Kokain 'runter zu holen' oder um
den 'Weltschmerz' besser zu ertragen. Leider herrscht bei
vielen Jugendlichen der Irrglaube, dass sie ihren Konsum im
Griff haben, solange sie Heroin nur schnupfen und nicht
spritzen. - Eine weitere aktuelle Herausforderung besteht
derzeit darin, für die jungen Migranten der 2. und 3.
Generation ein adäquates Angebot zu erarbeiten."

Auf Grund des Preisverfalls greifen laut Haller immer
mehr Menschen zu Kokain. Eine in zehn europäischen Städten durchgeführte EU-Studie kommt zum Schluss, dass in der
Partyszene durchschnittlich an acht Tagen im Monat Kokain
konsumiert wird. Immer mehr Verbreitung findet Kokain als Zusatzkonsumation auch unter langjährig Opiatabhängigen.
Diese konsumieren laut derselben Studie sogar
durchschnittlich an 22 Tagen pro Monat.

Trotz dieser Entwicklungen darf man sich nicht täuschen
lassen: Alkohol und Nikotin sich nach wie vor die am
meisten konsumierten Drogen und auch jene, welche die
größten gesundheitlichen und sozialen Schäden verursachen.

Bundesmittel sind noch ausständig

Laut Thomas Neubacher verfügen bis zum heutigen Tag die
nach dem Suchtmittelgesetz anerkannten Einrichtungen der
Drogenhilfe über keinerlei Informationen darüber, wie hoch
der diesjährige Bundesbeitrag ist und ob bzw. wann er zur Auszahlung gelangt. "Diese Einrichtungen erbringen seit
Jänner Leistungen für den Bund, ohne die der Vollzug der gesundheitsbezogenen Maßnahmen nach dem Suchtmittelgesetz
gar nicht möglich wäre. Bisher hat der Bund mit einer Pauschalförderung rund ein Drittel dieser Leistungen
getragen. Bis auf den heutigen Tag wissen die Einrichtungen
nicht, wo sie stehen", ärgert sich Gesundheitslandesrat
Hans-Peter Bischof.
(so/pam,nvl)

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