Boykott der NÖGUS und NÖ GKK - Aktionen

NÖ Ärztekammer lehnt Vorgangsweise bei geplantem Pilotprojekt des NÖGUS und der NÖ GKK strikt ab

Wien (OTS) - "Wenn NÖGUS und NÖ GKK glauben, dass sie eine vernünftige Entwicklung medizinischer Struktur ohne Ärzte machen können, irren sie. Wir Ärzte sind strikt gegen eine amtsgesteuerte Gesundheitspolitik ohne jede Einbindung von Betroffenen, Patienten wie Ärzten!" erklärte heute der stellvertretende Chef der niedergelassenen Ärzte in NÖ, der Purkersdorfer Internist Dr. Günther Wawrowsky.

Ohne einbezogen oder vorher informiert worden zu sein, wurde die Ärztekammer formlos per Fax von NÖ GKK und NÖGUS über ein Pilotprojekt in Kenntnis gesetzt, in welchem von
1. Juli bis 31. Dezember 2004 radiologische Ambulanzen der Krankenhäuser Amstetten, Waidhofen/Ybbs und Wr. Neustadt mittels Überweisungsschein der niedergelassenen Ärzte von den Patienten in Anspruch genommen werden sollen. In Amstetten werden gleichzeitig die Kosten für Untersuchungen in einem bereits lange bestehenden, niedergelassenen Institut, entgegen den bisherigen Gepflogenheiten nicht mehr rückerstattet.

"Wir Ärzte lehnen diese Vorgangsweise striktest ab. Die Verlagerung von medizinischen Leistungen vom niedergelassenen Arzt Spitäler ist eine gesundheitspolitische Fehlentwicklung, mindert die Qualität und kostet noch mehr Geld. Von verkürzten Wartezeiten und Anfahrtswegen kann keine Rede sein. Sicher ist hingegen eine Mehrbelastung der Kollegenschaft und in den Krankenhäusern Die NÖ Ärztekammer empfiehlt daher den betroffenen Ärztinnen und Ärzten ihr bisheriges Zuweisungsverhalten für CT- und MR- Untersuchungen nicht zu ändern und diese auch weiterhin in den bewährten, bereits bestehenden Einrichtungen durchführen zu lassen." so Dr. Wawrowsky weiter.

Die Ärztekammer außerdem fordert die umgehende Einbindung der Standesvertretung in sämtliche gesundheitspolitische Maßnahmen und kündigt bereits jetzt heftigsten Widerstand gegen jede Entwicklung an, die sich gegen die Interessen der Patienten hin zu einer Zwei-Klassen-Medizin entwickelt.

Wawrowsky weiter: "Jeder Bürgermeister, der in den letzten Jahrzehnten aus Überzeugung und gutem Grund um ärztliche Versorgung für seine Gemeinde zum Ausbau einer menschennahen, adäquaten Medizin gekämpft hat, muss sich fragen, wohin dieser Weg nun führen soll? Er wird dabei auch nicht die Rolle der Ärzteschaft als Arbeitgeber, damit Arbeitsplatzsicherer und Kommunalsteuerzahler vergessen.

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Tel.: 01/53 751-221

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