Arbeiterkammer fordert bildungspolitische Offensive!

Linz (OTS) - Nach den Erklärungen der Parteien und Interessenvertretungen besteht Einigkeit über die zentrale Bedeutung des Faktors Bildung für die künftige Entwicklung Österreichs und seinen Wohlstand. Besonders das "lebenslange Lernen" - etwa in Form der beruflichen Weiterbildung - müsse intensiv gefördert werden. "Leider entsprechen die Tatsachen diesen Erklärungen kaum", stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. "Deshalb fordern wir eine bildungspolitische Offensive!"

Der Anteil der Arbeitnehmer, die in den Genuss betrieblicher Weiterbildung kommen, liegt im EU-Schnitt bei 47 Prozent. Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder. Obwohl laut einer IFES-Studie vier von fünf heimischen Arbeitnehmern angeben, dass Weiterbildung für sie wichtig ist, wird nur etwa ein Drittel von der eigenen Firma unterstützt. Österreich rangiert deshalb mit 35 Prozent an vorletzter Stelle der EU-Länder.

Die Bereitschaft der Unternehmen zu Weiterbildungsaktivitäten ist stark von Bildungsgrad und Berufsstatus der Beschäftigten abhängig. Je höher die Position, desto eher kann mit betrieblicher Unterstützung gerechnet werden. Alter, Geschlecht und Betriebsgröße bestimmen diese Bereitschaft ebenfalls mit.

Mit Antritt der ÖVP-FPÖ-Regierung wurde das Budget des Bundes zur Förderung der Erwachsenenbildung um 15 Prozent gekürzt. Dieses Budget beläuft sich derzeit auf 9,2 Millionen Euro. Der PISA-Sieger Finnland (rund fünf Millionen Einwohner) wendet für denselben Zweck 550 Millionen Euro auf!

Die Arbeiterkammer fordert von der Bundesregierung:

Mittelfristige Förderung der Erwachsenenbildung mit 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts

Kurzfristig 100 Millionen Euro für die Weiterbildung Kostenloses und gebührenfreies Nachholen von Bildungsabschlüssen

(vom Hauptschul- und Lehrabschluss bis zur Matura)
Maßnahmen für eine höhere Beteiligung der Unternehmen an der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter

Bildungspolitische Initiativen in den Klein- und Mittelbetrieben Besondere Berücksichtigung von älteren und schlechter qualifi-zierten Arbeitnehmern sowie Frauen

Die Arbeiterkammer fordert von der Landesregierung:

Langfristige Weiterführung der Arbeitnehmerförderung des Landes (oö. Bildungskonto), die mit Jahresende auslaufen würde
Voller Inflationsausgleich für alle Förderungsbeträge des oö. Bildungskontos (seit 1994 unverändert)
Senkung der Altersgrenze für einen erhöhten Förderungsbetrag von 45 auf 40
Einbeziehung der freien Dienstnehmer in die Förderung durch das oö. Bildungskonto
Aufnahme der Weiterbildungsberatung der AK - der einzigen trägerunabhängigen, objektiven und flächendeckenden Weiterbildungsberatung in Oberösterreich - in die Arbeitnehmerförderung des Landes

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