Glawischnig: Schüssel-Kritik an Haider reichlich spät und reichlich unausgewogen

Grüne haben Zukunftskonzepte für Europa in Mittelpunkt gestellt, nicht Verächtlichmachung der politischen Mitbewerber =

"Die Kritik des Bundeskanzlers an Haiders Begriffswahl 'Landesverrat' kommt erstens reichlich spät und ist zweitens reichlich unausgewogen. Spät, weil Haider schon am 26.5.2004 den SP-Spitzenkandidaten als 'Landesverräter' bezeichnet. Damals hat er bei den Angriffen auf Swoboda mitgemacht und nicht wie Fischler diese zurückgewiesen. Unausgewogen ist die Kritik, weil Schüssel Haider nur wegen des diesbezüglichen Vorwurfes gegenüber Kommissar Fischler kritisiert und nicht wegen jenes gegenüber Swoboda", so Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen. Erstaunlich sei auch, dass der Ausdruck 'Österreich-Vernaderer', den FP-Klubobmann Scheibner gegenüber Fischler verwendet habe, offensichtlich dem Kanzler keine Sorge bereitete.

Die jetzige Reaktion des Schweigekanzlers sei auch deshalb wenig glaubwürdig, weil er der Schlammschlacht zwischen seiner ÖVP und seinem Koalitionspartner einerseits und der SPÖ andererseits wochenlang zugeschaut hab. Erst jetzt, wo ihm offenbar dämmere, dass dies die WählerInnen unerträglich finden, greife er ein. "Die einzigen, die sich an dieser täglichen Überbietung in Untergriffen nicht beteiligt haben, waren die Grünen. Sie haben eine sachlichen, europapolitischen Wahlkampf geführt, der nicht die Verächtlichmachung des politischen Mitbewerbers in den Mittelpunkt stellte, sondern Zukunftskonzepte für Europa. Die Aufforderung der Grünen am Beginn des Wahlkampfes, sich an dieser Debatte zu beteiligen, haben alle anderen Parteien ausgeschlagen. Offenbar fehlten ihnen dazu die europapolitischen Konzepte" so Glawischnig.

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