Postbus-Belegschaftsvertretung geht in Offensive

Wurm: "Warum lassen sich Aufsichtsratsvorsitzende und Vorstand haftungsfrei stellen?"

Wien (GPF/ÖGB). (OTS) - "Wir werden als BelegschaftsvertreterInnen mit Unterstützung unserer Gewerkschaft für Post und Fernmeldebedienstete und des ÖGB alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ausnützen, um die Zerstörung und Vernichtung von tausenden Arbeitsplätzen zu bekämpfen." Das erklärte Robert Wurm, Zentralausschuss-Vorsitzender der Österreichischen Postbus-AG, zum heutigen Start des Postbus-Teilverkaufes. "Es stehen nicht nur viele Arbeitsplätze auf dem Spiel sondern auch die Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichen Verkehrsmitteln außerhalb der Ballungszentren", sagt Wurm. ++++

"Offensichtlich sind Verkehrsminister Gorbach sowohl die Bediensteten der Postbus-AG als auch die PendlerInnen und SchülerInnen, die täglich auf gute Postbusverbindungen angewiesen sind, egal", so Wurm. Denn eines sei klar: private Betreiber werden Postbuslinien in unrentablen Gegenden sehr schnell einstellen. Wurm bedauert es, dass Minister Gorbach trotz mehrmaliger schriftlicher Ansuchen nicht bereit war, sich die Bedenken der Belegschaftsvertretung anzuhören. "Offensichtlich zählt nur das schnelle Geld - Hauptsache die Kassa stimmt." Mit dieser Haltung von Minister Gorbach erhärtet sich der Verdacht, dass vor allem seine politischen Freunde zu Schleuderpreisen Teile vom Österreichischen Postbus bekommen sollen.

Belegschaftsvertreter Wurm: "Sehr geehrter Herr Minister! Nachdem Sie zu keinem Gespräch mit uns bereit waren, ersuchen wir Sie auf diesem Weg um die Antwort auf zumindest zwei konkrete Fragen: Warum lassen sich der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstand der Österreichischen Postbus AG haftungsfrei stellen, wenn beim Teilverkauf alles mit rechten Dingen zugeht? Übernehmen Sie persönlich die volle Verantwortung für diese Aktion?"

Seltsam auch die Rolle der Bank CA-IB. Sie lässt sich für solch eine bedenkliche Abwicklung dieser Teilprivatisierung Postbus verwenden, obwohl ihr bewusst ist, dass diese Abwicklung EU-rechtlich sehr bedenklich ist. Wurm: "Diesbezüglich werden wir uns sicher an die Österreichische Bankenaufsicht wenden."

Rückfragen & Kontakt:

Robert Wurm
Zentralausschuss-Vorsitzender der Österreichischen Postbus AG
Tel.Nr.: 0664/624 39 00

ÖGB, 9. Juni 2004 Nr. 405

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