Frauenbeschäftigung: EU-Kommission untermauert die AKNÖ-Forderungen

Rüffel aus Brüssel sollte der Bundesregierung zu denken geben

Wien(AKNÖ) - „Jetzt sollten bei den Regierungsverantwortlichen endgültig die Alarmglocken läuten“, weist die Leiterin des Frauenreferats der AKNÖ und ÖGB NÖ-Frauenvorsitzende Christa Bogath, auf die extrem schlechte Situation der Frauen auf dem heimischen Arbeitsmarkt hin. Schützenhilfe bekam sie zuletzt von der EU-Kommission.Diese kritisierte den Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen von über 30 Prozent in Österreich als einen der höchsten in der Europäischen Union. Gleichzeitig fordert die Kommission Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, womit bei den Arbeitnehmervertretungen offene Türen eingerannt werden.

„Österreichweit ist die Zahl der arbeitslosen Frauen im Mai gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 1542 gestiegen. Alleine in Niederösterreich ist ein Anstieg von 3,6 Prozent zu verzeichnen“, untermauert Bogath ihre Forderung, endlich Maßnahmen zu setzen. Noch schlimmer sieht die Situation der Frauen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren aus: Hier gibt es in Niederösterreich sogar einen Anstieg um 11,3 Prozent.

Doch selbst diese Zahlen sind für Bogath trügerisch: „Tatsächlich gibt es noch viel mehr Frauen ohne Beschäftigung, denn Bezieherinnen von Kindergeld sowie ältere, arbeitslose Frauen in Schulungen, werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt.“ Besonders das Kindergeld wird – wie AKNÖ und ÖGB bereits vor deren Einführung gewarnt haben – von der EU als extrem beschäftigungsfeindlich eingestuft. Für Bogath eine logische Folge: „Die Frauen sind sehr lange vom Arbeitsmarkt weg. Anstatt eines Wiedereinstiegs ins Berufsleben geht es immer öfter direkt in die Arbeitslosigkeit“. Deshalb fordert sie nicht zuletzt eine Neuregelung des Kindergeldbezugs, wie zum Beispiel die Erhöhung des monatlichen Betrags bei gleichzeitiger Reduktion des Bezugszeitraums.

Weitere Kritikpunkte der EU-Kommission: Nach wie vor ein großer Mangel an Kinderbetreuungseinrichtungen sowie an Weiterbildungsmaßnahmen speziell für Frauen. „Allesamt Forderungen, die wir mittlerweile seit Jahren auch vertreten. Es ist endgültig Zeit, dass sich die Bundesregierung von ihrer angeblichen Familienfreundlichkeit verabschiedet und stattdessen das Geld in eine aktive Arbeitsmarktpolitik investiert“, so Bogath abschließend.

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