Lutschounig: Kärnten droht zuzuwachsen

In Kärnten wächst mehr Wald nach als entnommen wird. Wald muss zunehmend als erneuerbarer Energieträger genutzt werden, fordert heute LAbg. Robert Lutschounig.

Klagenfurt (OTS) - "Unser Wald erfüllt zahlreiche wichtige Funktionen, die der Bevölkerung in Form der Woche des Waldes von 14. bis 20 Juni bewusst gemacht werden", sagte heute LAbg. Robert Lutschounig anlässlich einer Pressekonferenz als Vertreter von Regierungsmitglied Josef Martinz. So sei der Wald nicht nur geschützter Naturraum, damit seine Wirkung nachhaltig erhalten bleibt, sondern ist Erholungsraum, Klimaregulator, Lieferant erneuerbarer Energie, Arbeitsplatz und Wirtschaftsfaktor, Speicher unseres Wasserreichtums und erfülle eine wesentliche Schutzfunktion vor allem im alpinen Bereich.
"Doch beginnt Kärnten im wahrsten Sinne des Wortes zuzuwachsen, denn die Forst- und Landwirtschaft nutzt viel weniger, als jährlich an Waldbestand nachwächst", hält Lutschounig fest. 500 Hektar mache der jährliche Zuwachs in Kärntens Wäldern, vor allem im bäuerlichen Kleinwald (< 200 Hektar) aus, während nur 180 Hektar Wald jährlich entnommen werden. 60 % unserer Landesfläche (564.000 Hektar) seien laut Lutschounig bewaldet. "Weniger Nutzung hat natürlich auch Nachteile. So nimmt das nicht marktfähige Starkholz zu, entstehen Qualitätsverluste durch Rotfäule und verzichten die Bauern und Forstwirte auf Einkommen", so Lutschounig. Gerade im Schutzwald würde das Problem der Überalterung des Bestandes auftreten, womit die Schutzfunktion für bewohnte Siedlungen beeinträchtigt werde. Die Extensivierung der Forstwirtschaft sei auch eine Folge des Holzpreises, der seit 30 Jahren nahezu gleich geblieben bzw. sogar gesunken sei.
Der Bedarf an Holz in Kärnten sei jedoch wesentlich höher als die Entnahmen aus den Wäldern. So benötigen die Sägewerke 2,5 Millionen Festmeter Holz jährlich und Kärntens Papierwirtschaft zusätzlich eine Million Festmeter. Geliefert würden jedoch lediglich 2 Millionen Festmeter Holz. "Kärnten droht zuzuwachsen, trotzdem sind wir ein Holz-Importland, weil 30 % des nutzbaren Holzes jedes Jahr im Wald liegen bleiben", rechnet Lutschounig vor.
Es wäre daher unbedingt nötig, das Bewusstsein für den Wald als Lieferant erneuerbarer Energie zu schärfen. "Die Verwendung von Biomasse erhöht die Wertschöpfung im Land, sichert das Einkommen der Land- und Forstwirte, schützt die Umwelt und hält das Gleichgewicht im Wald aufrecht", so Lutschounig. Das Land habe bereits eine 80%ige Anschlussförderung für Biomasseanlagen eingeführt und forciere die Errichtung von Biomasseheizanlagen wie beispielsweise im Gailtal.

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