Kuntzl kritisiert wahltaktisches Schein-Engagement der FPÖ in Frauen- und Familienpolitik

Wien (SK) SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl sieht in dem heute von den FPÖ-Frauen dargebrachten Lamento über die EU-Frauen-und Familienpolitik "leere Worte gekoppelt mit Unwahrheiten". "Im Gegensatz zu den Darstellungen der FPÖ ist es so, dass wichtige EU-Richtlinien, so zum Beispiel zur Anti-Diskriminierung, von der schwarz-blauen Regierung nicht oder nur sehr unzureichend umgesetzt wurden. Und letzte Woche hat sich Österreich wegen dem Mangel an Kinderbetreuungsplätzen und dem fehlenden Engagement in der Förderung der Frauenbeschäftigung eine Rüge der Kommission eingehandelt", sagte Kuntzl am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Überhaupt stellte Kuntzl klar, könne man in Anbetracht der Tatsache, dass bei der EU-Wahl die erste wählbare FPÖ-Frau erst an vierter Stelle aufscheint, "nur von einem rein wahltaktischen Schein-Engagement in Sachen Frauen- und Familienpolitik sprechen". ****

Die Brüsseler Beamten haben kritisiert, dass Frauen in schlecht bezahlte Teilzeitjobs abgedrängt werden, weil zuwenig Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung stehen. Außerdem wird das Kindergeld als beschäftigungsfeindlich für Frauen kritisiert. Die Beschäftigungsquote von Frauen in Österreich ist zwar im Vorjahr auf 62,8 Prozent gestiegen und hat damit das EU-Ziel überschritten. Allerdings ist dieser Anstieg laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) fast ausschließlich auf die neue Kindergeldregelung zurückzuführen. Die Kindergeldgeldbezieherinnen werden nämlich in der Statistik als Beschäftigte geführt, erläuterte Kuntzl.

Auch könne keine Rede davon sein, dass die Probleme für Frauen und Familien in allen EU-Ländern gleich wären und es keine Unterschiede gebe, wie Haubner gemeint hatte. "Zwar ist ein Aufruf zu internationaler Zusammenarbeit nur zu begrüßen, aber die Unterschiede bei der Chancengleichheit und der Familienfreundlichkeit sind allgemein bekannt. So liegt Österreich bei Frauen-Beschäftigung und der davon nicht zu trennenden Frage der Kinderbetreuungsmöglichkeiten Ländern gegenüber wie Dänemark oder Schweden weit abgeschlagen. Dort arbeiten mehr als 70 Prozent der Frauen, es gibt Anreize für die Väterkarenz und flächendeckende sowie leistbare außerhäusliche Kinderbetreuung", so Kuntzl, die abschließend erklärte: "Es wäre für die Familien in Österreich gewiss von Vorteil, wenn die zuständige Staatssekretärin ihre Hausaufgaben macht und einen Blick auf den internationalen Vergleich werfen würde." (Schluss) up

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