Österreich als europäisches Vorbild bei der Gewaltprävention

Familiäre Gewalt ist gesamtgesellschaftliche Verantwortung

Wien (OTS) - Die Exekutive hat an der Bewältigung der komplexen Problematik von Gewalt im häuslichen Bereich entscheidend mitzuwirken. Sie setzen in einer Vielzahl von Fällen, den ersten Schritt - erst später werden andere Institutionen, wie soziale Beratungs- und Interventionsstellen oder die zuständigen Gerichte zugezogen, so der Direktor des Bundeskriminalamtes, Dr. Herwig Haidinger, am Mittwoch anlässlich einer Pressekonferenz im Rahmen der 7. WHO-Weltkonferenz für Sicherheit und Verletzungsverhütung.

Das österreichische Gewaltschutzgesetz verlagert das Handeln der Exekutive vom repressiven in den präventiven Bereich - Gewalt soll verhindert werden bevor sie entsteht. Ein wesentlicher Bestandteil der Reform ist dabei die flächendeckende Einrichtung von Interventionsstellen gegen Gewalt in Familien, die von der Polizei verpflichtend verständigt werden. Von den Interventionsstellen wird pro-aktiv Kontakt zu den betroffenen und gefährdeten Personen aufgenommen, um diese zu begleiten und individuell zu unterstützen.

Dieses vorbildhafte Modell motivierte verschiedenen Staaten im europäischen Raum, ebenfalls Gesetze gegen Gewalt im häuslichen Bereich zu implementieren. So wurde in Italien Ende des Jahres 1998 eine Reform gegen Gewalt in der Familie initiiert. Im Jahr 2003 trat nach österreichischem Vorbild das Gewaltschutzgesetz in Deutschland in Kraft. Von Tschechien wurde im Jahr 2003 mit der Erarbeitung von Reformmaßnahmen nach den Richtlinien des österreichischen Gewaltschutzgesetzes begonnen.

Besondere Bedeutung wird von .BK-Direktor Haidinger der Prävention von Jugendgewalt zugemessen. Im Rahmen des Präventionsprogramms "Out die Außenseiter" erfolgt von geschulten Exekutivbeamten gemeinsam mit Schülern und Lehrern eine kritische Auseinandersetzung mit den Themen "Gewalt und Aggression".
In einem Film werden strafrechtlich relevante Situationen vorgeführt und Gesetzesinformationen vermittelt. Gezeigt wird was die rechtlichen und psychischen Folgen solcher Taten sein können. Gemeinsam mit den Schülern und Lehrern erarbeiten Gendarmen und Polizisten dann Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt.

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Tel.: 01-24836-85004

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