PVÖ zur "Safety 2004": "Unfallvermeidungspolitik rettet Leben"

Wien (SK) Anlässlich der WHO-Weltkonferenz für Verletzungsverhütung und Sicherheit betont der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) die Wichtigkeit des Seniorensicherheit-Programmes. Die Hälfte aller tödlichen Unfälle in Österreich betrifft Senioren. Die Todesrate bei Kinderunfällen konnte in zehn Jahren um 62 Prozent reduziert werden. Nur um die Senioren hat man sich nicht ausreichend gekümmert, wird von Seiten des PVÖ moniert. ****

Die Kampagne "Seniorensicherheit", die der PVÖ im Jahr 2001 begonnen hat, hat drei Stoßrichtungen:

* Es soll das Gefahrenbewusstsein der Senioren geweckt werden: Jeder Senior sollte wissen, wie er sich vor vermeidbaren Unfallgefahren schützen kann. Stolperfallen im Haushalt, wie rutschende Teppiche, herumliegende Kabel, unzureichende Beleuchtung und dergleichen können von jedem leicht beseitigt werden. Wichtigste Unfallverhütungsmaßnahme ist dabei das Bewusstsein und die Erhaltung der eigenen körperlichen Aktions- und Reaktionsfähigkeit. Jeder Seniorenklub, jede Ortsgruppe des Pensionistenverbandes und jede andere Gelegenheit, Senioren zu informieren, soll genützt werden, um der von praktisch allen Senioren unterschätzten Unfallgefahr entgegenzuwirken.

* Alte Menschen sollen fachkundige Beratung und Hilfe bekommen, z.B. durch die Mitarbeiter/innen der sozialen Dienste, Gesundheitsberufe und pflegende Angehörige. Diese Menschen brauchen aber dafür das notwendige Wissen. Heimhelfer/innen und Hauskrankenpfleger/innen sollen deshalb Informationsmaterial und Schulungen angeboten bekommen.

* Ebenso wichtig ist die Schaffung einer weniger unfallträchtigen Umwelt. Wenn die Wirtschaft seniorenfreundlichere Produkte anbietet, reduziert das die Unfallgefahr. Man weiß beispielsweise heute, wie ein sicheres Badezimmer zu gestalten ist, aber viele Installateure und deren Auftraggeber besitzen dieses Wissen nicht. Das Problembewusstsein für die Unfallgefahren der Senioren muss auch in Wirtschaft und Politik verankert werden. Schließlich geht es auch um die sichere Gestaltung öffentlicher Wege und öffentlicher Verkehrsmittel.

Sicherheit und Schutz ist Menschenrecht

Die WHO hat in ihrer Dehli-Deklaration "Sicherheit und Schutz vor Verletzung durch vermeidbare Unfälle" als Menschenrecht erklärt. Dieses Menschenrecht fordert der Pensionistenverband Österreichs nun ein.

Aus Anlass der heute stattfindenden "Safety 2004" fordert der Pensionistenverband Österreichs zusätzlich eine "Präventions-Offensive":

* Mehr Geld-Mittel zur Unfallvermeidung, denn Unfälle vermeiden heißt Leben retten!

* Unfallverhütungs-Unterricht in allen Schulen

* Universitäre Unfallforschung und Kompetenzzentrum zur Erarbeitung von Unfallvorsorge-Programmen

Die österreichische Bundesregierung ist aufgerufen, die Weltkonferenz nicht nur zu begrüßen, sondern eine "Unfallvermeidungspolitik" zu betreiben. Dadurch könnte ein erheblicher Teil der Verletzungen von mehr als 800.000 Menschen pro Jahr verhindert und einem Teil der mehr als 9.000 dauernd Behinderten ihr Leiden erspart werden. Mindestens 20 Prozent der rund 2.500 tödlichen Unfälle pro Jahr wären vermeidbar. Immerhin 49 Prozent aller Unfälle betreffen Menschen über 60 Jahre. Und 46 Prozent aller Unfälle passieren zu Hause bzw. in der Freizeit. Hinter diesen statistischen Zahlen stehen Schicksale, daher ist rasches Handeln geboten, betont der PVÖ. (Schluss) wf/mm

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