Gorbach: Überhöhte Geschwindigkeit ist weltweit Risikofaktor Nummer eins auf den Straßen

Verkehrssicherheitsagentur des Bundes "Versa" soll ab 2005 im Dienste der Verkehrssicherheit stehen

Wien (OTS) - "1,2 Millionen Verkehrstote weltweit, davon 42.000 in den EU-15, 60.000 in den EU-25 und 127.000 in der europäischen Region sind ein klarer Auftrag, alle Anstrengungen zu unternehmen, um unsere Straßen sicherer zu machen. Wir haben ein klares Ziel, nämlich die Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2010 und die Reduktion der Unfälle mit Personenschaden um 20 Prozent", betonte VK Infrastrukturminister Hubert Gorbach am Montag anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, Dr. Othmar Thann, im Rahmen der 7. WHO-Weltkonferenz für Sicherheit und Verletzungsverhütung.

In Österreich sei die Anzahl der Verkehrstoten im Jahresvergleich leicht sinkend, nämlich von 956 Getöteten im Jahr 2002 auf 931 im Jahr 2003, so Gorbach, dennoch sei noch viel zu tun. Eine Analyse der Hauptunfallursachen bei Straßenverkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang habe ergeben, dass mit 35,6 Prozent die meisten aller Unfälle des vergangenen Jahres aufgrund überhöhter Geschwindigkeit passiert sind. Bei 14,9 Prozent war die Ursache Vorrangverletzung; bei 9,4 Prozent Unachtsamkeit und Ablenkung; bei 9,8 Prozent gefährliches Überholen und bei 8,5 Prozent war Alkohol kausal im Spiel.

"Wir sehen im Rahmen dieser Weltkonferenz klar, dass überhöhte Geschwindigkeit europaweit und sogar global der Risikofaktor Nummer eins ist", betonte der Verkehrsminister.
Höhere Strafen seien für ihn aber das letzte Mittel und würden nur dort Sinn machen, wo die Menschen sie auch verstehen können. Darum setze er auf Bewusstseinsbildung, erklärte Gorbach.
Im Herbst plane er eine österreichweite, groß angelegte Kampagne mit eindringlichen Spots.

Verkehrssicherheitsagentur "Versa"

Letzte Woche hat Verkehrsminister Gorbach den Gesetzesentwurf für die neue Verkehrssicherheitsagentur des Bundes (Versa) in Begutachtung geschickt. "Darin soll ab 2005 zentral alles gebündelt werden, was mit Verkehrssicherheit zu tun hat", erklärte Gorbach.
Die bisherige Bundesprüfanstalt für Kraftfahrzeuge wird in die "Versa" integriert. Zukünftig soll darin die Kontrolle für die Bereiche Straße, Schiene, Luftfahrt Schifffahrt und Seilbahnen gebündelt werden. Auch die Unfalluntersuchung soll erstmals verkehrsträgerübergreifend in der Versa erfolgen. "So wird es möglich sein, Erfahrungswerte von Untersuchungen in einem Bereich auch für alle anderen zu verwerten", sagte Gorbach.
Weiters soll die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene LKW-Plattform mit ihrer systematischen Kontrolltätigkeit in der Versa beheimatet werden. Das operative Geschäft übernimmt eine privatrechtliche GmbH, was einen flexiblere Arbeitsweise möglich macht.
"Die Aufgaben der Versa strecken sich über die Gutachtertätigkeit im Zuge der Fahrzeugprüfungen, die
Koordination der Straßenverkehrskontrollen oder die verkehrträgerübergreifende Unfallforschung bis hin zu den Berichtspflichten zum Straßenverkehrsgeschehen", umriss der Verkehrsminister das weite Betätigungsfeld der Verkehrssicherheitsagentur. (Schluss bxf)

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