Front gegen die Verpflichtung, Daten jahrelang zu speichern

Bock: "Kostensteigerung um bis zu 200 Prozent" - Steszgal: "Nutzen dieser Maßnahme zudem nicht nachgewiesen" - WKÖ-Fachverband UBIT lehnt Vorschlag daher ab

Wien (PWK 399) - Einige EU-Staaten fordern in einem Richtlinienentwurf (er steht im Originaltext auf
http://www.ispa.at/downloads/262f7a7c43b_040428council_draft_framewor
k_decision.pdf zu Lektüre
bzw. Download bereit) die verpflichtende Datenspeicherung von sogenannten Verkehrsdaten. "Unter dem Titel der Verbrechensbekämpfung wird gefordert, dass Internet-Provider alle Daten, die zwischen Kunden und Provider transportiert werden, mindestens 12, höchstens 36 Monate speichern müssen", so Johann Steszgal, der stellvertretende Obmann der Telekommunikationsdienstleister im Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (kurz UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich. "Unter die Pflicht der Speicherung würden dann etwa die Adressen von allen von einem User besuchten Internet-Seiten, alle Downloads von Software, Musik- oder Videodaten sowie sämtliche E-Mails fallen.

"Der Fachverband UBIT unterstützt eine Initiative der Internet Service Providers Association (ISPA), die den betreffenden Entwurf vollständig ablehnt", stellt Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie, klar.

"Eine derartige Verpflichtung würde jede Telekommunikation und das Internet in ganz Europa massiv verteuern, ohne dass der Nutzen dieser Maßnahme klar nachgewiesen ist", warnt Steszgal. Für Bock stellt sich die Situation noch drastischer dar: "Die enormen Aufwändungen würden nämlich nicht nur die Telekommunikationswirtschaft, sondern uns alle betreffen. Privatkunden, Firmenkunden, letztlich auch der öffentliche Sektor, wären mit dramatischen Kostensteigerungen für Internet-Zugang im Bereich von um die 200 Prozent konfrontiert." Zudem sieht er durch diese massenweise Sammlung von Daten auch den Datenschutz gefährdet. (JR)

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