ÖAMTC: Der Neuwagenkäufer wird immer häufiger zum Versuchskanichen

Bei unter einjährigen Fahrzeugen gehen 18 Prozent der ÖAMTC-Panneneinsätze auf das Konto der Elektronik

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Durch die immer kürzer werdenden Entwicklungszeiten mutieren Käufer von Neuwagen zunehmend zu Versuchskaninchen für die Autoindustrie", kritisiert ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl angesichts aktueller Bremsprobleme bei gewissen Mercedes-Modellreihen. Konkret handelt es sich um Fahrzeuge der E-Klasse und SL-Klasse, von denen 680.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen werden. Durch Probleme in der Elektronik kann es zu einer starken Reduktion der Bremsleistung kommen.

Mitglieder-Anrufe beim ÖAMTC zeigen, dass solche und ähnliche Mängel bei fast allen Fahrzeugherstellern seit den vergangenen Jahren stark zunehmen. "Immer mehr Elektronik-Pannen verärgern speziell die Besitzer neuer und gut gewarteter Autos. Jeder zehnte Einsatz der ÖAMTC-Pannenhelfer geht auf das Konto von Elektronik-Gebrechen. Bei Fahrzeugen, die jünger als ein Jahr sind, beträgt der Anteil bereits 18 Prozent", weiß Kerbl.

Wird im Fall der Bremsprobleme bei Mercedes der Lenker immerhin rechtzeitig über den Defekt mittels Warnmeldung und akustischem Signal informiert, sind bei vielen anderen Herstellern die Ursachen für elektronische Mängel nicht einmal von der Vertragswerkstätte auszumachen. "Für den Autobesitzer ist es frustrierend, dass der Mangel nicht nur plötzlich auftritt, sondern auch noch häufig erfolglose Werkstattbesuche nach sich zieht", sagt der ÖAMTC-Techniker.

Wer sich vor dem Kauf gut informiert, erspart sich einigen Ärger

* Rückrufaktionen: Die Fahrzeughersteller sind bei gefährlichen Mängeln dazu verpflichtet, die Fahrzeughalter zu informieren und in die Vertragswerkstätte zu bitten. Der ÖAMTC bietet auf seiner Homepage unter der Internetadresse http://www.oeamtc.at/ eine Übersicht sämtlicher Rückrufaktionen der vergangenen Jahre.

* ÖAMTC-Check: Der Club bietet seinen Mitgliedern verschiedene Fahrzeugüberprüfungen an. Die Mitarbeiter der Club-Stützpunkte sind auch Dank modernster Diagnosegeräte und guter Ausbildung in der Lage, viele Mängel aufzuspüren oder zumindest die Fehlerquellen einzugrenzen. Mit dieser Information haben es der Fahrzeugbesitzer und auch die Vertragswerkstätte leichter, den Defekt zu beseitigen.

* Betriebsanleitung: Da kaum ein Fahrzeuglenker alle Ausstattungsdetails und deren Eigenheiten kennen kann, ist das Lesen und das Mitführen der Betriebsanleitung unverzichtbar. Moderne Fahrzeuge verfügen beispielsweise über so viele Kontrollfunktionen und Kontrollanzeigen, dass selten benötigte Anzeigen bei Aktivierung häufig nicht verstanden werden.

"Der ÖAMTC erwartet sich von der Automobilindustrie nicht nur großzügige Fahrzeuggarantien, sondern vielmehr, dass die Fahrzeuge auch garantiert funktionieren", erklärt Steffan Kerbl abschließend.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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