"DOKUmente" über Al-Jazeera

Control Room - Regie im Krieg

Wien (OTS) - Was den Amerikanern CNN ist, ist den Arabern der Satellitensender Al-Jazeera. Er wurde 1996 als erster unabhängiger Nachrichtenkanal der arabischen Welt gegründet und lieferte die Bilder zum Irak-Krieg an 40 Millionen arabische Zuseher. Der ORF hat 2002 einen Kooperationsvertrag mit dem Sender abgeschlossen. "Dank der Al-Jazeera-Büros in allen Hauptstädten des Nahen und Mittleren Ostens", so ORF-Informationsdirektor Gerhard Draxler damals, "erhält die ORF-Information Zugang zu aktuellem Bildmaterial aus der gesamten arabischen und islamischen Region. Für die ORF-Zuseher bedeutet das ein großes Plus an authentischer Information aus einem Gebiet, das im Zentrum des weltpolitischen Interesses steht." Die Sendezentrale ist im arabischen Emirat Katar in Doha. "Einen Krieg ohne Propaganda gibt es nicht", sagt Samir Khader, ein Produzent von Al-Jazeera. "Wenn derjenige, der den Krieg plant, nicht den Medien eine entscheidende Rolle beimisst, dann ist er ein schlechter Militär." Der "DOKUmente"-Film "Control Room - Regie im Krieg" von Jehane Noujaim ist ein faszinierendes Porträt von Al-Jazeera während des Irak-Kriegs. Die Dokumentation steht am Mittwoch, dem 9. Juni 2004, um 23.15 Uhr in der deutschen Bearbeitung von Edith Stohl auf dem Programm von ORF 2.

Der Regisseur Jehane Noujaim ist ägyptisch-amerikanischer Herkunft und daher für Araber weit Vertrauen erweckender als jeder andere westliche Reporter. Und um die Araber, vor allem die gut Ausgebildeten und westlichen Werten gegenüber Aufgeschlossenen, geht es in diesem Film. Sie fühlen sich verletzt, betrogen und unfähig, ihre Ressentiments zu unterdrücken, dass es der Amerikaner bedarf, um einen arabischen Tyrannen zu stürzen. Diese arabischen Statements waren im Zuge des Irak-Krieges und seither noch nicht zu hören - und es sind hoch interessante, differenzierte Stellungnahmen. Die Stars des Films sind zwei Al-Jazeera-Produzenten - Laurel und Hardy des arabischen Journalismus, und ein junger texanischer Leutnant, der am CENT COM, dem Medienzentrum des alliierten Headquarters, stationiert ist.

Die Medien als fester Bestandteil des Spiels mit der Angst sind eines der Hauptthemen dieses Films, der hinter die Kulissen des täglichen Nachrichtengeschäfts blickt.

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