KfV: PRO JAHR 1,2 MILLIONEN VERKEHRSTOTE WELTWEIT

Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fokussiert auch die Sicherheit im Straßenverkehr. Jährlich 127.000 Verkehrstote allein in der europäischen Region.

Wien (OTS) - Derzeit tagt im Wiener "Austria Center" die Weltkonferenz für Verletzungsverhütung und Sicherheit. Zentrales Thema ist unter anderem die Verkehrssicherheit. Schon allein die europäischen Zahlen sorgen für erhöhten Handlungsbedarf: 127.000 Verkehrstote jährlich in ganz Europa, davon im Vorjahr 40.000 innerhalb der EU-15. Österreich verzeichnete im Vorjahr 931 tödlich Verunglückte. Ziel der Tagung ist es den internationalen Austausch von Strategien und Maßnahmen zu forcieren, um den hohen Blutzoll auf den Straßen zu verringern.

Internationale Programme
Geht es nach der WHO soll Verkehrssicherheit eine zusätzliche Kernaufgabe des Gesundheitssektors werden. Auf der Konferenz soll vor allem auch die gebotene "best practice" Chance genützt werden. Die Implementierung bereits erfolgreicher effizienter Verkehrssicherheitsmodelle soll verbessert und erleichtert werden. Als wenig überraschende Hauptdeterminante im Unfallgeschehen erweist sich überhöhte Geschwindigkeit: Ein globales Problem.

Was die Verkehrsexperten Europas derzeit gemeinsam haben sind deren ehrgeizige Ziele. Die Europäische Union fordert etwa eine Senkung der Straßenverkehrstoten um 50 Prozent. Diese Vorgabe soll bis 2010 realisiert werden. Hier knüpft auch das "Österreichische Verkehrssicherheitsprogramm 2002-2010" (ÖVSP) an. In seiner Rede zur österreichischen Verkehrssicherheit konstatiert Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Um den Anforderungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen gerecht zu werden, ist ein modernes Verkehrssicherheits-Management erforderlich." Voraussetzung für die wirksame Umsetzung des Programms ist eine konsequente und umfassende Strategie, schließlich soll die Zahl der Verkehrstoten auf heimischen Straßen halbiert werden.

Schwache Verkehrsteilnehmer sind besonders schutzbedürftig
Ein besonderes Augenmerk legt Thann auf die "schwachen Verkehrsteilnehmer". 2003 forderten Verkehrsunfälle 4.253 verletzte und 132 getötete Fußgänger. Dazu kommen 5.804 verletzte und 56 getötete Radfahrer. Eine immer wichtigere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Beschaffenheit von Autokarosserien, die bei Zusammenstößen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern lebensentscheidend ist. Außenairbags oder die "aktive" Motorhaube könnten Leben retten. Das ÖVSP sieht zum besseren Schutz der Fußgänger ein ganzes Maßnahmenpaket vor. So sollten demnach höhere Mindeststrafen für Vorrangverletzungen bei Schutzwegen festgelegt werden. Flächendeckende Aktionen zur Bewusstseinsbildung und Inspektionen der bestehenden Schutzwege sollen mit verstärkten Kontrollen derselben einhergehen. Ein wichtiger Schritt, von dem vor allem unsere Jüngsten profitieren würden, denn in Österreich sind überdurchschnittlich viele Kinder in Verkehrsunfälle verwickelt. Im Vorjahr forderte dieser Umstand 37 getötete Kinder. Höchste Zeit also für gezieltes Handeln!

Endlich ein effizientes Mittel gegen Hochrisikolenker
Ein leidiges Thema sind die scheinbar unbelehrbaren Hochrisikolenker. Thann fordert einmal mehr die rasche Einführung des Punkteführerscheins, der internationalen Erfahrung nach, die Zahl der Verkehrstoten jährlich um bis zu 100 reduzieren könnte. "Mehr Entscheidungskraft hätte in den vergangenen 10 Jahren mehr als 1000 Menschenleben retten können", stellt Thann klar. Österreich verfügt innerhalb Europas über sehr geringe Strafsätze für Verkehrsdelikte, notorischen Hochrisikolenkern kann mit so niedrigen Geldbußen keinesfalls Einhalt geboten werden. Das Punktesystem könnte solch gemeingefährlichen Lenkerkarrieren ein Ende setzen.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Alexandra Ludvik
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