- 07.06.2004, 10:01:08
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KfV: PRO JAHR 1,2 MILLIONEN VERKEHRSTOTE WELTWEIT
Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fokussiert auch die Sicherheit im Straßenverkehr. Jährlich 127.000 Verkehrstote allein in der europäischen Region.
Wien (OTS) - Derzeit tagt im Wiener "Austria Center" die
Weltkonferenz für Verletzungsverhütung und Sicherheit. Zentrales
Thema ist unter anderem die Verkehrssicherheit. Schon allein die
europäischen Zahlen sorgen für erhöhten Handlungsbedarf: 127.000
Verkehrstote jährlich in ganz Europa, davon im Vorjahr 40.000
innerhalb der EU-15. Österreich verzeichnete im Vorjahr 931 tödlich
Verunglückte. Ziel der Tagung ist es den internationalen Austausch
von Strategien und Maßnahmen zu forcieren, um den hohen Blutzoll auf
den Straßen zu verringern.
Internationale Programme
Geht es nach der WHO soll Verkehrssicherheit eine zusätzliche
Kernaufgabe des Gesundheitssektors werden. Auf der Konferenz soll vor
allem auch die gebotene "best practice" Chance genützt werden. Die
Implementierung bereits erfolgreicher effizienter
Verkehrssicherheitsmodelle soll verbessert und erleichtert werden.
Als wenig überraschende Hauptdeterminante im Unfallgeschehen erweist
sich überhöhte Geschwindigkeit: Ein globales Problem.
Was die Verkehrsexperten Europas derzeit gemeinsam haben sind deren
ehrgeizige Ziele. Die Europäische Union fordert etwa eine Senkung der
Straßenverkehrstoten um 50 Prozent. Diese Vorgabe soll bis 2010
realisiert werden. Hier knüpft auch das "Österreichische
Verkehrssicherheitsprogramm 2002-2010" (ÖVSP) an. In seiner Rede zur
österreichischen Verkehrssicherheit konstatiert Dr. Othmar Thann,
Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Um den
Anforderungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Österreichs
Straßen gerecht zu werden, ist ein modernes
Verkehrssicherheits-Management erforderlich." Voraussetzung für die
wirksame Umsetzung des Programms ist eine konsequente und umfassende
Strategie, schließlich soll die Zahl der Verkehrstoten auf heimischen
Straßen halbiert werden.
Schwache Verkehrsteilnehmer sind besonders schutzbedürftig
Ein besonderes Augenmerk legt Thann auf die "schwachen
Verkehrsteilnehmer". 2003 forderten Verkehrsunfälle 4.253 verletzte
und 132 getötete Fußgänger. Dazu kommen 5.804 verletzte und 56
getötete Radfahrer. Eine immer wichtigere Rolle spielt in diesem
Zusammenhang die Beschaffenheit von Autokarosserien, die bei
Zusammenstößen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern
lebensentscheidend ist. Außenairbags oder die "aktive" Motorhaube
könnten Leben retten. Das ÖVSP sieht zum besseren Schutz der
Fußgänger ein ganzes Maßnahmenpaket vor. So sollten demnach höhere
Mindeststrafen für Vorrangverletzungen bei Schutzwegen festgelegt
werden. Flächendeckende Aktionen zur Bewusstseinsbildung und
Inspektionen der bestehenden Schutzwege sollen mit verstärkten
Kontrollen derselben einhergehen. Ein wichtiger Schritt, von dem vor
allem unsere Jüngsten profitieren würden, denn in Österreich sind
überdurchschnittlich viele Kinder in Verkehrsunfälle verwickelt. Im
Vorjahr forderte dieser Umstand 37 getötete Kinder. Höchste Zeit also
für gezieltes Handeln!
Endlich ein effizientes Mittel gegen Hochrisikolenker
Ein leidiges Thema sind die scheinbar unbelehrbaren Hochrisikolenker.
Thann fordert einmal mehr die rasche Einführung des
Punkteführerscheins, der internationalen Erfahrung nach, die Zahl der
Verkehrstoten jährlich um bis zu 100 reduzieren könnte. "Mehr
Entscheidungskraft hätte in den vergangenen 10 Jahren mehr als 1000
Menschenleben retten können", stellt Thann klar. Österreich verfügt
innerhalb Europas über sehr geringe Strafsätze für Verkehrsdelikte,
notorischen Hochrisikolenkern kann mit so niedrigen Geldbußen
keinesfalls Einhalt geboten werden. Das Punktesystem könnte solch
gemeingefährlichen Lenkerkarrieren ein Ende setzen.
OTS0054 2004-06-07/10:01
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