"Neues Volksblatt" Kommentar: "Sackgassen" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 5. Juni 2004

Linz (OTS) - Viele Wege führen sprichwörtlich nach Rom. Und ebenso viele sollen nach Straßburg und ins EU-Parlament führen. Der Weg der Sachlichkeit genauso wie der Weg des Populismus. Übersehen wird dabei, dass manche dieser Wege nach Straßburg zur "Sackgasse" für das Projekt der europäischen Integration werden.
Das gilt im Besonderen für den rot "markierten" Weg, die EU-Wahl zu einem "Denkzettel" für die österreichische Bundesregierung zu machen. Oder - wie es Oberösterreichs AK-Präsident Kalliauer via Postwurf vermeldet - am 13. Juni
zu bedenken, dass "Österreichs Regierung säumig" sei.
Der Versuch, den EU-Urnengang zu einer Quasi-Nationalratswahl umzufunktionieren, geht an der Sache vorbei und wird der Bedeutung des Europaparlaments nicht gerecht. Das ist die erste Sackgasse. Die zweite heißt Wählerverdrossenheit: Die wichtigen europäischen Themen kommen zu kurz oder werden verzerrt dargestellt. Herr und Frau Österreicher sehen daher keine Notwendigkeit, zu einer Wahl zu gehen, die ihnen ohnehin nur als die Fortsetzung der innenpolitischen Alltäglichkeiten erscheint.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001