Sind Kosmetika sicher?

AGES-Seminar präsentiert Zwischenbilanz der Europa-Studie

Wien (OTS) - Kosmetika sind Produkte, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind. Die hauptsächlichen Anwender sind Frauen, aber der Anteil an Männern steigt kontinuierlich. Umso wichtiger ist es, dass diese Produkte eine hohe Sicherheit für den Konsumenten bieten. Der Europarat hat dazu eine gemeinsame Pilotstudie von vier Ländern gestartet, erklärte die österreichische Projektleiterin Dr. Sheida Hönlinger-Alaei von der Abteilung Kosmetik am Institut für Lebensmitteluntersuchung Innsbruck der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Im Rahmen eines Seminars wurde dieses Projekt vorgestellt und eine erste Zwischenbilanz präsentiert. In den teilnehmenden Ländern wurden bislang etwa 120 Meldungen gesammelt. Daraus lässt sich ableiten, dass es sich bei der Frage unerwünschter Wirkungen von Kosmetika um ein wichtiges, aber nicht häufiges Problem handelt. Wichtig ist die zunehmende Information von Verbrauchern und Hautärzten, wie im Falle von Unverträglichkeiten Meldungen in das geplante System der Cosmetovigilace zu erstatten sind. Ebenso bedeutsam ist die umfassende Information von Verbrauchern, wie mit Kosmetika richtig umzugehen ist, da es öfter zu Problemen durch falsche Anwendungen als durch unerwünschte Wirkungen kommt.

Europaprojekt voll auf Schiene

Das Experten-Komitee Kosmetik des Europarats hat eine Pilotstudie initiiert, die sich mit einem Meldesystem zur Erfassung der unerwünschten Wirkungen kosmetischer Mittel ("Cosmetovigilance") befasst. Aktiv daran beteiligt sind Frankreich, Norwegen, Dänemark und Österreich, das die Leitung und Koordination übernommen hat. Projektleiterin Dr. Sheida Hönlinger-Alaei von der Abteilung Kosmetik der AGES: "Gestartet wurde das Projekt im Jänner 2004. Eine Zwischenbilanz wird mit Mai erstellt und ein Überblick im Rahmen eines AGES-Seminars präsentiert. Das Projekt wird im Dezember 2004 abgeschlossen sein. Die Endergebnisse und die Auswertung werden dann wieder in einem eigenen Workshop im Februar 2005 präsentiert und diskutiert."

Unter der Leitung der AGES wurde in Österreich eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die aus Vertretern folgender Organisationen besteht: Hautärzte (Prof. Aberer), Konsumentenschützer (VKI, Ing. Sedy), Industrie (Unilever, Ing. Gribl) und BMGF, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (Dr. Zilberszac).

Nach viel Arbeit im Europarat wurden in Österreich spezielle Meldeformulare für Dermatologen einerseits und Verbraucherinnen andererseits vorbereitet. Österreichweit dokumentieren mittels dieser Formulare 12 Dermatologen und zwei Kliniken (Graz und Innsbruck) Daten über unerwünschte Wirkungen von kosmetischen Produkten. Dieser Teil des Pilotprojektes wird vom BMGF finanziert. Der VKI erfasst mittels eines eigens dafür entwickelten Formblattes unerwünschte Wirkungen kosmetischer Mittel, die von VerbraucherInnen gemeldet werden. Alle diese Daten werden an die Leitung der Arbeitsgruppe weitergeleitet und ausgewertet. Die Daten aller vier teilnehmenden Länder werden wiederum innerhalb des Europarates zusammengefasst und weitere Schritte überlegt. Ziel ist herauszufinden, ob und in wieweit ein eigenes "Cosmetovigilance-System" notwendig ist.

AGES testet regelmäßig - mehr Konsumentenerfahrungen sammeln

In Österreich werden von der AGES regelmäßig Kosmetika getestet. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, BMGF, gibt einen Probenplan vor, nach dem die Untersuchungen durchgeführt werden. So wird hohe Konsumentensicherheit garantiert. Allerdings kann es in Einzelfällen zu unerwünschten Haut- und Schleimhaut-
reaktionen bei VerbraucherInnen kommen. Im Rahmen des Projektes sollen dazu Daten gesammelt werden, um mehr Informationen zu Häufigkeit, Art und Ausmaß dieser Reaktionen zu erhalten. Konsumenten sollen Produkte, die zu Problemen geführt haben, nicht einfach wegwerfen, sondern über dieses System aufgefordert werden, ihre Erfahrungen bekannt zu geben.

Daher diskutierten bei der Präsentation der Zwischenbilanz des Projektes am 4. 6. 2004 Vertreter direkt betroffener Organisationen aus Industrie, Wissenschaft, Konsumentenschutz, Greenpeace und von Behörden im Rahmen eines Seminars in der AGES. Dabei haben sich alle Beteiligten darauf verständigt, im Rahmen dieses Projektes Cosmetovigilance weiter zusammenzuarbeiten. Gemeinsames Ziel ist europaweit noch mehr Konsumentensicherheit bei Kosmetika zu erreichen. Sowohl Industrie als auch Konsumentenschutz und NGOs sehen dafür eine gute Ausgangsbasis gegeben.

Tel.: +43/512/22440-57

Unternehmenskommunikation: DI Oskar Wawschinek Spargelfeldstrasse 191, A-1226 Wien Tel: +43-1-732 16 - 4800 Mobil:+43/664/839 80 68 E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at <mailto:com@gl.ages.at> www.ages.at

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Fachlich:
Dr. Sheida Hönlinger-Alaei, Bereich Lebensmittel, Institut f. Lebensmitteluntersuchung Innsbruck,
Abteilung Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, AGES
E-mail: sheida.hoenlinger-alaei@ages.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0014