AK-Vollversammlung will Arbeitnehmer-Anliegen gemeinsam lösen

Auch Kooperation zwischen Land und AK wurde bekräftigt

Klagenfurt (OTS) - Gratulationen an den neugewählten AK-Präsidenten und Beteuerungen zur gemeinsamen Vorgangsweise bei der Lösung der anstehenden Aufgaben prägten die erste Arbeitssitzung der neuen AK-Vollversammlung. Präsident Goach erneuerte seine Einladung an alle Fraktionen zur Mitarbeit, bekundete aber auch gegenüber der Landesregierung die Kooperationsbereitschaft.

"Arbeitnehmer-Positionen müssen bei politischen Entscheidungen stärker umgesetzt werden!" Das ist laut GOACH der Auftrag nach den Ergebnissen der österreichweiten AK-Wahlen. "Die Wähler haben klar bekundet, dass sie eine einflussreiche Interessenvertretung wollen, vor allem gegenüber der Bundesregierung", betonte GOACH. In der AK selbst sollten die Interessen aller Fraktionen Platz haben, daher werde er immer wieder zur Mitarbeit appellieren.

Goach verwies in seiner Antrittsrede auf das vorliegende Arbeitsprogramm, in dem die Haltung der AK zu den brennenden Fragen der Arbeitnehmerpolitik dargelegt sei: zur nötigen Harmonisierung der Pensionssysteme, zum Schutz des Arbeitsmarktes nach der EU-Erweiterung, zur Sicherung der Gesundheitsversorgung, zur Steuersenkung oder für mehr Schutz bei atypischen Beschäftigungsverhältnissen.

Viele Arbeitnehmer-Fragen müssten auch Themen der Europäischen Gemeinschaft werden, forderte der AK-Präsident. Den Vorstoß der EU zur Ausweitung der Arbeitszeit lehnt die AK massiv ab. Die EU solle sich besser damit beschäftigen, wie die Sozialsysteme zB durch eine Wertschöpfungsorientierung gesichert werden können, oder wie ein europäischer Kollektivvertrag zustande kommen kann, sagte Goach. "Wir wollen kein Europa der Konzerne, sondern ein Europa der Arbeitnehmer".

Für die rasche Harmonisierung der Pensionssysteme mit einer Stichtagsregelung sprach sich nicht nur der AK-Präsident aus, sondern auch der neue Fraktionsvorsitzende der Freiheitlichen Arbeitnehmer, Sigisbert Dolinschek. "Wir brauchen eine gerechte Grundlage, bei der für gleiche Beitragszahlungen auch gleiche Pensionsleistungen für alle erfolgen", forderte Goach. Übereinstimmung zwischen der FSG und den Freiheitlichen gab es auch bei der Forderung nach Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds. Nur dadurch sei zu verhindern, dass Dienstverhältnisse von Arbeitern im Krankenstand immer öfter aufgelöst würden.

Goach fordert neuerlich eine rasche steuerliche Entlastung für Pendler ein. Die Auswirkungen der aktuellen Steuerreform für Arbeitnehmer bezifferte GOACH mit zwölf bis 14 Euro pro Monat. "Das ist viel zu wenig. Allein die Belastungen der Bundesregierung kosten einen Arbeitnehmerhaushalt hingegen ein Monatsgehalt", betonte der AK-Präsident.

Der ÖAAB forderte von der AK eine Senkung der Rückzahlungsraten beim zinsenlosen AK-Wohnbaudarlehen. "Die jetzige Rate in der Höhe von 100 Euro können sich viele nicht leisten", sagte Kammerrat Franz Quendler. Daher müsse es dringend zu einer Änderung kommen.

Gastredner Landeshauptmann Dr. Jörg Haider verwies auf die konstruktive Zusammenarbeit mit der AK, vor allem bei der Erstellung gemeinsamer Konzepte für Betriebe, bei der Lehrlingsausbildung oder beim Konsumentenschutz. Auch er sprach sich für einen Schulterschluss in wichtigen Fragen des Landes aus, unter anderem beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur - vor allem beim Projekt Koralmbahn, um hier den Zeitvorsprung gegenüber dem geplanten EU-Korridor zu nützen.

Auch Landesrätin Dr. Gabriele Schaunig-Kandut gratulierte dem neuen Präsidenten und verwies auf die professionelle Unterstützung in vielen Fragen durch die AK. Sie freue sich auf die Unterstützung der AK bei der Einrichtung eines Lehrlingsfonds.
AK-Präsident Günther Goach nahm das Angebot zur Zusammenarbeit an und erklärte, die AK werde selbstverständlich auch auf Landesebene weiter mit allen Kräften zusammenarbeiten, die bereit sind, Maßnahmen für die Beschäftigten zu setzen

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Kärnten
Kommunikation
Mag. Christa Maurer
Tel.: 0463/5870-238
Fax: 0463/5870-236
c.maurer@akktn.at
http://kaernten.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKK0003