Erfolgreiche Bilanz über ein Jahr wienweite Lokale Agenda 21

Internationales Vorzeigemodell

Wien (OTS) - Eine erfolgreiche Bilanz über ein Jahr wienweite Lokale Agenda 21 zogen am Freitag Stadtrat Rudolf Schicker in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins sowie die Bezirksvorsteherin von Alsergrund Martina Malyar. Georg Hautzenberger, Sprecher der Agendaprojektgruppe Sechshauserstraße sowie Jutta Gackstätter vom Trägerverein der LA 21 in der Donaustadt berichteten über ihre Erfahrungen als Akteure in den Agendaprozessen. "Die Lokale Agenda in Wien ist kein von oben verordnetes Produkt der Stadtverwaltung. Die Menschen kennen die Bedürfnisse in ihrem Stadtteil am besten und sind die Expertinnen und Experten, wenn es um Verbesserungen in ihrem Wohngebiet geht, dabei unterstützen wir sie. Dass es dabei auch zu durchaus kontroversiellen Diskussionen kommen kann, liegt auf der Hand. Doch Diskussion gehört zu einer Stadt und davon lebt eine Stadt letztendlich auch.", unterstrich Schicker. Das Wiener Modell der Lokalen Angenda sei auch international vorbildlich: In keiner anderen Metropole laufen Agenda-Prozesse so dezentral wie in Wien, die EU lobte das Wiener Modell bereits als "sehr gut finanziert und strukturiert und als einen Prozess der Ergebnisse bringt".****

Für die Bezirksvorsteherin des Alsergrunds, Martina Malyar ist der wichtigste Aspekt bei der Lokalen Agenda 21, "die Betroffenen zu Beteiligten zu machen". Die Lokale Agenda biete ein Netzwerk an Infrastruktur für die BürgerInnen und sei ein Teil der Demokratie. Aufgabe der PolitikerInnen sei es dabei, auch die Interessen der Nicht-Beteiligten und den übergeordneten Blickwinkel im Auge zu behalten. Als Herzeigeprojekt für den seinerzeitigen Agenda-Pilotbezirk Alsergrund nannte Malyar die Platzgestaltung Porzellangasse/Fürstengasse. Weitere Projekte seien u.a. Verkehrberuhigungs- und Verbesserungsmaßnahmen in der Servitengasse und am Himmelpfortgrund sowie der Umbau der Thurnstiege, der im Laufen ist.

Wienweite Lokale Agenda seit 2003

Im Frühjahr 2003 starteten 5 Bezirke mit ihren 4 Jahre dauernden Lokalen Agenda 21 Prozessen. Anfang 2004 kam Liesing als sechster Agendabezirk hinzu. Über 400.000 Wiener und Wienerinnen haben damit die Möglichkeit die nachhaltige Entwicklung ihres Bezirks mit Unterstützung der Politik und Stadtverwaltung zu gestalten. Kommendes Jahr wird ein weiterer Bezirk als Agenda-Bezirk hinzukommen. In allen Bezirken sind Steuerteams eingerichtet in denen Politik und BürgerInnen gemeinsam über inhaltliche Schwerpunktsetzungen der Lokalen Agenda 21 und die notwendigen Schritte zur Umsetzung von Agendaprojekten beraten und Empfehlungen an die Bezirksvertretung formulieren.
Aktuell wird in 37 Agendagruppen zu einer breiten Palette von Themen gearbeitet. Heuer werden 920.000 Euro seitens der Stadt und der Bezirke investiert.

Agendagruppe Sechshauserstraße "Eine Straße wird neu belebt"

Schon länger sind die AnrainerInnen mit der Sechshauserstraße im Bereich Gürtel-Stiegergasse nicht zufrieden: Geschäftssterben und Drogenkriminalität beeinträchtigen die Lebensqualität in diesem Bezirksteil und auch der Bezirk wünschte sich die Aufwertung dieses Straßenabschnittes. Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 entstand daher die Agendagruppe Sechshauserstraße. Gerhard Hautzenberger, Sprecher der Agendagruppe, skizzierte die Vorstellungen der AnrainerInnen:
Eine neue Promenade mit Bäumen und breiten Gehsteigen, die auch ein Ort multikultureller Begegnung sein soll.

In mehreren Gruppentreffen wurden die Themen Individualverkehr, Öffentlicher Verkehr, Gestaltung des öffentlichen Raums, Aufwertung der Geschäftsstraße diskutiert und auf Grundlage dieses Meinungsbildungsprozesses wurden verschiedene Varianten der Neugestaltung der Sechshauserstraße entwickelt. Nun werden diese Varianten einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt und in der Verkehrskommission des Bezirks diskutiert.

Agendabüros als Drehscheibe

Wesentlicher Faktor für die Aktivierungsarbeit ist, die Lokale Agenda 21 noch stärker zu lokalisieren, Grätzln zu finden, in denen Menschen etwas verändern wollen. Gerade in einem so großen Bezirk wie der Donaustadt war es wichtig, auf die Ebene der alten Dorfkerne zu gehen und Agendaforen z.B. Eßling, Süßenbrunn und Kaisermühlen einzurichten, berichtete Jutta Gackstätter die Rahmenbedingungen in der Donaustadt. So kann lokale Vernetzung stattfinden und können Projekte gefunden werden, die die BewohnerInnen umsetzten wollen.

In allen Agendabezirken wurden gute Kooperationsbeziehungen mit den bestehenden Institutionen geknüpft. Einerseits können Doppelgleisigkeiten vermieden werden, andererseits können ihre Erfahrungen genutzt werden und gemeinsam Projekte entstehen.

Als organisatorische Drehpunkte der Lokalen Agenda 21 im Bezirk moderieren Agendabüros Treffen der Agendagruppen, unterstützen die BewohnerInnen bei der Formulierung ihres Projektes, stellen Verbindungen her zum Magistrat und zur Politik und organisieren den Abstimmungsprozess zwischen Agendagruppe, Politik und Magistrat.

o Informationen im Internet zur Lokalen Agenda 21 in Wien:
http://www.la21wien.at/
(Schluss) gb

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Gaby Berauschek
Tel.: 4000/81 414
gab@gsv.magwien.gv.at
Verein Lokale Agenda 21 in Wien
Geschäftsführerin: Mag. Andrea Binder-Zehetner
Tel.: 5858040/10

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