Biomasse sichert Unabhängigkeit

Holzvorräte in den Wäldern für alternative Energieerzeugung nutzen

Wien (OTS) - Heute geht in Bonn die Weltkonferenz für erneuerbare Energien zu Ende. Die vorgelegten Absichtserklärungen und das geplante Aktionsprogramm der Politiker müssen rasch umgesetzt werden. In Österreichs Wäldern stehen große Mengen Biomasse für eine umweltschonende Energieerzeugung zur Verfügung. Insgesamt beträgt der jährliche Holzzuwachs über 30 Millionen Vorratsfestmeter, davon werden jedoch nur 60 Prozent tatsächlich genutzt.

"Die schweren Unruhen im Nahen Osten und der damit verbundene starke Anstieg des Ölpreises sollten uns zu denken geben", betont Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe. "Ein verstärkter Einsatz von Biomasse in der Energieerzeugung trägt nicht nur maßgeblich zum Klimaschutz bei. Der umweltschonende Rohstoff muss nicht importiert werden und sichert damit unsere Unabhängigkeit." Die Produktion von Holz und Biomasse aus Österreichs Wäldern schafft zudem Arbeitsplätze insbesondere in ländlichen Regionen und stärkt die Wertschöpfung in unserem Land.

Energieträger der Zukunft

Österreich hat sich im Kyoto-Protokoll von 1990 verpflichtet, den Ausstoß von umweltschädlichen Treibhausgasen bis zum Jahr 2010 um 13 Prozent zu senken. Die Realität weist jedoch in eine bedrohliche Richtung: 2002 wurde um 8,5 Prozent mehr an CO2 ausgestoßen als im Basisjahr 1990. Nur der konsequente Umstieg auf ökologisch nachhaltige Produkte kann dem drohenden Klimawandel entgegen wirken. Dabei spielt Holz eine zentrale Rolle. Der vielseitige Rohstoff aus unseren Wäldern wird naturnah produziert, wächst nach und ist CO2-neutral.

Anfang 2003 trat in Österreich das Ökostromgesetz in Kraft. "Damit haben wir international eine Vorbildfunktion", betont Schenker. "Diese darf nicht durch kurzsichtige und umweltfeindliche Kleingeldpolitik aufgegeben werden. Wir fordern Kontinuität sowie Rechtssicherheit und wenden uns daher gegen die permanenten Angriffe auf das Ökostromgesetz." Die österreichischen Waldbesitzer sorgen seit Generationen verantwortungsvoll für die Gesundheit unserer Natur. Der Wald darf nicht der Mistkübel für Treibhausgase und Schadstoffe sein: Diese Emissionen schädigen die Wälder, aber keiner zahlt dafür. Nicht erneuerbare Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas sowie Kohle sind auch deswegen so billig, weil deren Entsorgung und Schäden nicht abgegolten werden müssen.

Global denken - lokal handeln

Dank der sorgfältigen Waldbewirtschaftung der heimischen Forstbetriebe stehen große Holzvorräte zur Verfügung. Bei der Nutzung von Biomasse gehört Österreich weltweit zu den führenden Ländern. Die umfassende Erfahrung bei der umweltschonenden Erzeugung von Strom und Wärme können wir an andere Länder weitergeben.

Der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin hat am Beginn der Internationalen Konferenz für erneuerbare Energien mit Nachdruck Aktionen, statt Deklarationen gefordert. Auch die Europäische Kommission hat ihre Mitgliedstaaten erst kürzlich aufgefordert, verstärkt alternative Energien für die Strom- und Wärmeerzeugung einzusetzen. "Bedrucktes Papier gibt es genug, jetzt sind Taten gefragt", fordert Schenker. "Um weltweit Verbesserungen zu erreichen, müssen die Aktionsprogramme von allen Ländern umgesetzt werden."

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