Zukunftsdialog in St. Johann: Wirtschaft unterstützt Schulreform

Hochhauser bei Podiumsdiskussion: Bildungsstandards wichtiger Schritt in richtige Richtung, Berufsinformation und -orientierung müssen weiter verbessert werden

Wien (PWK398) - "Österreich kann in einem erweiterten Europa nicht im Kostenwettbewerb, sondern nur im Qualitätswettbewerb gewinnen. Damit sich unsere Wirtschaft in diesem Umfeld bestmöglich behaupten kann, benötigt sie die Schule als verlässlichen Partner", strich die stv. Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, Anna-Maria Hochhauser, beim aktuellen Zukunftsdialog zur Schulreform in St. Johann in Pongau, die große Bedeutung guter schulischer Ausbildung für die heimischen Betriebe hervor. "Die Unternehmen müssen sich auf ein hohes Niveau der Schulabsolventen verlassen und bei ihrer betrieblichen Fachausbildung darauf aufbauen können. Nur so können bestausgebildete Fachkräfte für hochqualitative Produkte und Dienstleistungen gewährleistet und die Attraktivität des Wirtschafts-und Arbeitsstandorts Österreich auch in Zukunft gesichert werden."

Zwar schneide Österreich beim Lissabon-Zwischenbericht der Europäischen Kommission in 3 von 5 Bildungsbenchmarks überdurchschnittlich gut ab, bei der Lesefähigkeit der Schüler und bei der Weiterbildungsteilnahme zeigten sich jedoch noch akuter Verbesserungs- und daher Handlungsbedarf, zeichnete Hochhauser ein ambivalentes Bild des status quo. Um eine Verbesserung des Unterrichts zu erreichen, stellen die von der Bundesregierung geplanten Bildungsstandards einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar. Nun sei die rasche Umsetzung für die vierte und achte Schulstufe angesagt. Die Wirtschaft, die jährlich rund 38.000 PflichtschulabsolventInnen in ihre Betriebe aufnimmt, wünsche sich zudem auch Bildungsstandards für den Bereich der Berufsschule. "Dies würde das faktische Missverhältnis der Anforderungsprofile zwischen der Lehrabschlussprüfung und Berufsschulabschluss beseitigen", erklärte Hochhauser. Die Ergebnisse aller Standardüberprüfungen sollten, als Beiträge zum Leistungsvergleich der Schulen, auch transparent gemacht werden, forderte die Generalsekretärin, "denn warum sollten Eltern sowie Schülerinnen und Schüler nicht erfahren, welche Schulen die Standards erfüllen und welche nicht?"

Als wichtige Instrumente der Qualitätsentwicklung seien auch Berufsinformation und Berufsorientierung zu berücksichtigen und weiter zu verbessern, machte Hochhauser aufmerksam. "Mit den Angeboten der Berufsorientierung können individuelle Fähigkeiten entdeckt und in weiterer Folge in schulischer und betrieblicher Ausbildung gefördert werden. Falsche Berufsentscheidungen sind hingegen vielfach nur schwer und mit hohen persönlichen und volkswirtschaftlichen Kosten wieder rückgängig zu machen." In allen Bundesländern gibt es deshalb Berufsinformationszentren der Wirtschaftskammern. Daneben trage die WKO mit Österreichs umfassendsten online-Instrument in der Berufsorientierung, dem Berufsinformationscomputer "bic" (www.bic.at), zur richtigen Entscheidung der Jugendlichen und somit zur "höheren Trefferquote bei der Berufswahl" bei, so die WKÖ-Generalsekretärin in St. Johann.

Im Rahmen des 5-Punkte-Programms "Reform@Schule" der Wirtschaftskammer zur Schulreform wird auch verstärkt die finanzielle und personelle Autonomie der Schulen gefordert. Um die Verantwortung für die Bildungsergebnisse übernehmen zu können, muss die Schulleitung über entsprechende Kompetenzen in der Personalauswahl und der Frage der Weiterbeschäftigung von Lehrern verfügen. Auch bei der Finanzierung ist eine stärkere Eigenverantwortung der Schulen notwendig. Weiters fordert die Wirtschaft ein flächendeckendes Angebot für die Nachmittagsbetreuung, Sitzenbleiben muss unter gewissen Umständen möglich sein, die Stärkung des ganzheitlichen und praxisorientierten Anspruches der Schulausbildung - besonders unter Einbezug der Förderung sozialer Kompetenzen der Schüler - sowie regelmäßige Lehrerfortbildung und -Praktika in der Wirtschaft, da praktisches Erleben gegenüber theoretischem Lernen Vorteile bei der praxisnahen Vermittlung an die Schüler bringt. (Ne)

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