Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 04.juni 04 1,221 2,10% 4,38% 1851,2 3944,2 10195,9 28.Mai 04 1,228 2,09% 4,29% 1868,0 3915,5 10205,2 Veränderung 0,61% 0,01%Pkt 0,09%Pkt -0,90% 0,73% -0,09%

Das Wachstum der US-Industrie hat sich im Mai dem Konjunkturindex des ISM zufolge überraschend beschleunigt und damit zum Beschäftigungsaufbau - die US-Arbeitsmarktdaten für Mai werden noch heute veröffentlicht - in dem krisengeschüttelten Sektor beigetragen. Der ISM-Index stieg von 62,4 auf 62,8 Punkte und zeigt seit nunmehr einem Jahr einen starken Geschäftszuwachs in der Industrie an. Allerdings bestärkten die Daten auch die Erwartungen, wonach mit einer Straffung der Geldpolitik der US-Notenbank bei ihrem nächsten Zinstreffen Ende Juni zu rechnen sein wird. Die US-Geldmarktsätze sind in Erwartung dieser im gesamten Laufzeitbereich gestiegen und sollten auch kommende Woche auf aktuellem Niveau verharren.

Wie in den USA gewann auch in Deutschland die Erholung der Industrie an Schwung. Der Reuters-Einkaufsmanagerindex stieg von 55,3 auf 56,2 - den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren - und signalisierte damit den neunten Monat in Folge eine Verbesserung der Geschäftslage. Angesichts zunehmenden Kostendrucks durch teurere Rohstoffe bauten viele Firmen allerdings weiter Personal ab, um ihre Gewinnspannen zu sichern. Auch in der Industrie der Eurozone insgesamt verbesserten sich die Geschäfte, der Index kletterte auf 54,7 von 54,0 Punkten im April. Die EU-Kommission hat ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone im laufenden und im kommenden Quartal bekräftigt. Demnach rechnet sie für das zweite Quartal 2004 mit einem Anstieg des BIP von 0,3 bis 0,7 Prozent zum Vorquartal, für das dritte Vierteljahr 2004 erwartet sie ein BIP-Plus von 0,4 bis 0,8 Prozent zum Vorquartal. Im ersten Quartal 2004 stieg das BIP im Währungsraum um 0,6 Prozent zum Vorquartal.

Die EZB hat die Leitzinsen zuletzt erwartungsgemäß unverändert bei 2,0 Prozent belassen. Sie rechnet nach ihrer aktuellen Quartalsprognose für dieses und kommendes Jahr mit einem stärkeren Preisauftrieb mit Inflationsraten zwischen - immer noch moderaten -1,9 und 2,3 Prozent. Wegen hoher Energiekosten schätzt Eurostat die Inflationsrate für Mai auf 2,5 Prozent. Die Euribor-Kurve ist zuletzt wieder etwas steiler geworden. In der kommenden Woche rechnen wir mit stabilen Geldmarktsätzen im gesamten Laufzeitbereich.

An den Anleihemärkten kam es im Wochenverlauf wegen gestiegener Inflationserwartungen sowohl in den USA als auch in der Eurozone zu einem moderaten Anstieg der Renditen über das gesamte Laufzeitspektrum. Dies ist im Wesentlichen auf die durchwegs positiven Konjunkturdaten dieser Woche zurückzuführen. Im Laufe der kommenden Woche erwarten wir mangels relevanter Datenveröffentlichungen mit einer Konsolidierung an den Anleihemärkten.

Der Euro tendierte zum Dollar im Wochenverlauf in einem relativ schmalen Band um 1,22 Dollar/Euro seitwärts und notierte zuletzt etwas schwächer als zu Wochenbeginn. In der kommenden Woche stehen relativ wenige Daten zur Veröffentlichung an, weshalb wir mit keinen großen Kursbewegungen rechnen. Die US-Arbeitsmarktdaten - diese werden noch heute Nachmittag veröffentlicht - könnten für Bewegung am Markt sorgen, falls sie schlechter als erwartet ausfallen. Die Einkaufsmanager-Umfrage des ISM deutet aber auf eine positive Beschäftigungsentwicklung; dies sollte den Dollar in der kommenden Woche stützen. Unsicherheitsfaktoren bleiben der Ölpreis und die weitere Entwicklung im Nahen Osten.

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