Amon: Bildung zielgerichtet und ganzheitlich diskutieren

Stärkung und Professionalisierung des Lehrberufes sowie Imageverbesserung trägt bedeutend zur Modernisierung unseres Bildungssystems bei

Wien, 4. Juni 2004 (ÖVP-PK) Die derzeit in St. Johann/Pongau laufende Dialogveranstaltung zur Schulqualitätsplattform "klasse:zukunft" sei ein wichtiger Schritt hin zu einer Modernisierung und Qualitätssteigerung im österreichischen Bildungssystem, sagte heute, Freitag, ÖVP-Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon. 320 Bildungsexpertinnen und -experten aus ganz Österreich seien zusammengekommen, um gemeinsam einen groß angelegten Bildungsplan bis zum Jahr 2010 zu diskutieren. "Dieser breit angelegte Diskussionsprozess zeigt klar auf, dass unser Bildungssystem in Bewegung ist, dass wir aber auch keine Schnellschüsse, sondern gut durchdachte, auf breiter Basis getragene Entscheidungen unter Einbindung unserer Experten in den Ländern, den Schulen und von den Schulpartnern anstreben", so Amon. ****

Wesentlich sei es daher, die geplanten Maßnahmen zielgerichtet nach den von der Zukunftskommission, einem Gremium aus vier namhaften Erziehungswissenschaftern, benannten Handlungsfeldern auszugestalten - ohne ideologische Scheuklappen. Gestern seien im Kreise der anwesenden Bildungsexperten die über die Diskussionsplattform im Internet eingelangten Vorschläge nochmals nach den Schwerpunktfeldern "Verlässliche Schule", "Schule nach Maß", "Professionalisierung und Stärkung des Lehrberufs", "Effektives Schulmanagement" und "Fit für die Berufe von morgen" diskutiert worden. Wesentlich bei dieser Bildungsdiskussion sei es, von einer "Symptomdiskussion" wie gleich der Abschaffung des Repetierens hin zu einer ganzheitlichen Themensicht zu gelangen, sagte der ÖVP-Bildungssprecher.

In dieser viel diskutierten Frage des Sitzen Bleibens etwa müsse auch berücksichtigt werden, dass das Repetieren vielfach Ausdruck dafür sei, dass sich ein Schüler nicht in der für ihn richtigen Schulform befinde. "Deshalb kann man die Anzahl der Repetenten etwa auch dadurch reduzieren, wenn man weitere Hilfestellungen für Eltern und Schüler bei der Schulwahl setzt", so Amon. Wichtig dafür sei auch eine Imagekorrektur der Hauptschulen. "52 Prozent der Maturanten kommen jetzt bereits über die Hauptschulen. Das ist auch ein Zeichen dafür, das die dort gebotene Förderung in Leistungsgruppen oft hilft, Defizite aufzuholen, wobei die Durchlässigkeit im Bildungssystem für einen späteren Schulwechsel ins höhere Schulsystem gewährleistet bleiben und ausgebaut werden muss."

Der Übergang in die Wissensgesellschaft stelle auch das österreichische Bildungssystem vor große Herausforderungen. "Die Lösung dieser Herausforderungen liegt aber zum Großteil nicht im schulorganisatorischen Bereich, wie manche Diskussionsbeiträge derzeit glauben machen wollen, sondern vor allem im Bereich der Schulqualität", erläuterte der ÖVP-Bildungssprecher. Der wichtigste Bereich, in dem es anzusetzen gelte, sei die "Kernaufgabe", der direkte Unterricht der Lehrerinnen und Lehrer in der Klasse. "Wir haben hervorragende Lehrerinnen und Lehrer, aber wir müssen unsere Pädagogen auch auf die neuen Herausforderungen der Schullandschaft vorbereiten", erklärte Amon, der in der Professionalisierung und Stärkung des Lehrberufs sowie einer Imageverbesserung der Lehrerinnen und Lehrer einen der wichtigsten Ansatzpunkte für ein flexibles, zukunftsorientiertes Bildungssystem sehe.

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