ÖGB-Leutner: "Älteren Teilnahme am Arbeitsmarkt ermöglichen"

ÖGB stellt Broschüre zu älteren ArbeitnehmerInnen vor

Wien (ÖGB) - "Den älteren ArbeitnehmerInnen müssen entsprechende Rahmenbedingungen geboten werden, die ihre Teilnahme am Arbeitsmarkt ermöglichen", sagte Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär des ÖGB, heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in deren Rahmen die ÖGB-Broschüre "Ältere ArbeitnehmerInnen - Das verborgene Gold im Unternehmen" vorgestellt wurde. Weitere Diskussionsteilnehmer waren Dr. Rudolf Karazmann, Wissenschaftler und Unternehmensberater und Manfred Lüftner, Arbeiterbetriebsratsvorsitzender der Firma Polyfelt Linz.++++

"Wer über 50 ist, hat derzeit auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen. Österreich zählt innerhalb der EU zu den Staaten mit der niedrigsten Beschäftigungsquote von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwischen 55 und 64 Jahren", so Leutner.
Die Folgen dieser diskriminierenden Haltung älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gegenüber seien verheerend - für die Betroffenen, die Volkswirtschaft und langfristig auch für die Betriebe. Die vorzeitige Ausgliederung dieser ArbeitnehmerInnengruppe aus dem Arbeitsprozess führe zu nicht mehr tragfähigen Belastungen der sozialen Sicherungssysteme und sei angesichts der demographischen Veränderungen nicht zukunftsgerecht.

Mit der Broschüre "Ältere ArbeitnehmerInnen - Das verborgene Gold im Unternehmen" möchte der ÖGB vor allem für die betriebliche Ebene Informationen zur Verfügung stellen, um Bewusstsein über die bevorstehenden Veränderungen in der Alterszusammensetzung der Belegschaften zu schaffen. Andererseits soll die Broschüre Anregungen bieten, die Gesundheit, die Motivation und die Qualifikation älterer MitarbeiterInnen im Betrieb aktiv zu unterstützen und die Vorteile einer altersgemischten Belegschaft zu nutzen.

Die Zielgruppe der Broschüre sind BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen sowie andere Interessierte in den Betrieben.

Der ÖGB ist auch an einer Veranstaltungsreihe der Sozialpartner zu diesem Thema beteiligt. Schwerpunkte dabei sind Gesundheitsförderung und Bildung als Motor für alternsgerechtes Arbeiten. Ziel der Sozialpartneraktivitäten ist ein Nationales Aktionsprogramm, das Synergien und Aktivitäten zwischen Sozialpartnern und Sozialversicherungen nutzen verstärken soll.

"Letztendlich ist es hier auch notwendig, dass die Regierung initiativ wird und alternsgerechtes Arbeiten zur Chefsache macht", präzisierte Leutner.

Der ÖGB fordert in diesem Zusammenhang ein nationales Präventionszentrum, das von den Sozialpartnern getragen und von der Sozialversicherung unterstützt wird. Ziel ist es, Best-Practise-Beispiele zu alternsgerechtem Arbeiten zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen. (bm)

ÖGB, 4. Juni
2004
Nr. 396

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