Unsichtbare Gefahr Ozon - Bauarbeiter besonders betroffen

GBH-Bundesvorstand fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Wien (GBH/ÖGB). (OTS) - In der heutigen Sitzung des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) wurde die Informationskampagne 2004 der GBH über Ozon- und UV-Belastungen für Bauarbeiter vorgestellt und diskutiert. Der Bundesvorstand erinnert gleichzeitig auch die österreichische Bundesregierung daran, dass der Sommer vor der Tür steht und seitens der Bundesregierung trotz jahrelanger Aufforderungen durch die Gewerkschaft Bau-Holz immer noch keinerlei Maßnahmen getroffen wurden, um die Ozon- und UV-Belastungen für Bauarbeiter zu verringern.++++

Gerade im Jahr 2004, das mit der Europäischen Kampagne "Sicheres Bauen" ganz besonders dem Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz am Bau gewidmet ist, muss auch die österreichische Bundesregierung sich endlich ihrer Verantwortung für die Bauarbeiter bewusst werden.

Im letzten Jahr war es bereits im Juni mehrmals soweit: Die Ozon-Vorwarnstufe wurde erreicht und teilweise überschritten. Bauarbeiter, und hier gerade jene, die im Straßenbau tätig sind, sind gerade bei dieser Witterung durch ihre dauernde Arbeit im Freien und im bodennahen Bereich einer beträchtlichen Gefährdung durch UV-Strahlen und Ozon ausgesetzt. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer bekräftigt: "Die Gefahren der UV-Strahlung können durch geeigneten persönlichen Schutz wie durch die Verwendung von Schutzbrillen, geeigneter Kleidung und Sonnenlotion herabgesetzt werden. Die Gewerkschaft Bau-Holz wird auch in diesem Sommer wieder auf den Baustellen über diese Gefahren informieren und schützende Kappen und T-Shirts verteilen. Der Ozonbelastung sind jedoch gerade Menschen wie die Bauarbeiter, die ihren anstrengenden Beruf im Freien ausüben, völlig schutzlos ausgesetzt."

Experten bestätigen, dass die tatsächliche Gesundheitsgefährdung durch Ozon bereits bei viel geringeren Werten als dem der Ozon-Vorwarnstufe beginnt, vor allem dann, wenn im Freien anstrengende Tätigkeiten durchgeführt werden.

Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Bau-Holz fordert deshalb die Bundesregierung erneut auf, das Gesundheitsrisiko für Bauarbeiter durch bodennahes Ozon durch Einstellen der Arbeit bei Ozonbelastung zu verringern. In diesem Zusammenhang fordert die GBH schon seit Jahren die politisch Verantwortlichen auf, die Gesundheitsgefährdung durch Ozon endlich in die Regelung des Bauarbeiterschlechtwetterentschädigungsgesetzes einzubeziehen. Driemer erinnert daran, dass ein entsprechender Gesetzesentwurf der Gewerkschaft Bau-Holz bereits seit 1996 auf dem Tisch liegt. Auch hat es persönliche Gespräche mit politisch Verantwortlichen zu dieser besonderen Problematik für die Bauarbeiter gegeben.

Driemer abschließend: "Ich ersuche jetzt schon alle Bauarbeiter, auch ihrer Eigenverantwortung nachzukommen und sich - gerade an den heißen Tagen - vor UV-Strahlung zu schützen. Ich fordere die Arbeitgeber auf, ausreichend Schutzbrillen und entsprechende Schutzlotionen zur Verfügung zu stellen und ich fordere nicht zuletzt die Bundesregierung auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und dafür Sorge zu tragen, dass die Ozonbelastung endlich im Bauarbeiterschlechtwetterentschädigungsgesetz berücksichtigt wird."

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ÖGB; 4. Juni 2004 Nr. 393

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