Generikaverband fordert niedrigere Rezeptgebühr für Generika

Ohne flankierende Maßnahmen ist das Projekt Kostendämpfung im Gesundheitssystem zum Scheitern verurteilt.

Wien (OTS) - Im November 2003 verkündete die Bundesministerin
Maria Rauch-Kallat ein ambitioniertes Projekt: Die Dämpfung der Ausgabensteigerung bei Arzneimittel durch die Verdoppelung des Generika-Anteils von 10 auf mindestens 20 Prozent bis Anfang 2006. Angekündigte Maßnahmen zur Zielerreichung waren neben der massiven Preissenkung von Generika etwa die Aufnahmeerleichterung in den neuen Erstattungskodex der Krankenkassen und die Neugestaltung des Krankenhaus-Entlassungsbriefes.

Motto der Gesundheitsministerin: "Gemeinsam für ein gesundes Österreich"

Mit der neuen Verfahrensordnung ist nun der Weg zur Kassenfreiheit unter großen Zugeständnissen der österreichischen Generika-Unternehmen neu geregelt worden: Der Preisunterschied von Generika zu Ursprungs-Arzneien bei Markteintritt liegt dabei bei 44 Prozent und wird bis 2006 mindestens 48 Prozent betragen. "Wir tragen schmerzhafte Einschnitte mit, um das große Ziel der Bundesministerin, den Generika-Anteil zu verdoppeln, nicht zu gefährden", so Wolfgang Andiel, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes (OEGV), "Die Preissenkung von Generika allein reicht aber nicht aus, um den Generika-Anteil zu erhöhen. Damit das Projekt nicht zum Scheitern verurteilt ist, ist es nun an der Zeit, dass versprochene flankierende Maßnahmen umgesetzt und von den Interessensgruppen unterstützt werden. Besonders entscheidend für den Erfolg wird sein, wie und wann die angekündigte niedrigere Rezeptgebühr für Generika eingeführt wird."

OEGV fordert niedrigere Rezeptgebühr

Laut vorliegender Fessel-GfK-Studie vom März 2004 wäre eine Einführung der niedrigeren Rezeptgebühr für Generika sowohl für Patienten als auch für die verordnenden Ärzte ein starker Anreiz, bewusst vermehrt zu Generika zu greifen. Bislang geben 23 Prozent der Befragten an, Generika den Vorzug zu geben. Eine Senkung der Rezeptgebühr für Generika um 1,50 Euro auf 2,85 Euro würde die Nachfrage auf bis zu 51 Prozent erhöhen. "Für den Erfolg ist auch eine einheitlich reduzierte Rezeptgebühr entscheidend", meint Andiel, "Unterschiedliche Gebühren für Generika verunsichern die PatientInnen und sind für den Laien nicht nachvollziehbar." Derzeit ist die gesenkte Rezeptgebühr allerdings nur für die neu im Erstattungskodex aufgenommenen Generika angedacht. Für bereits zugelassene Generika soll die gleiche Gebühr wie für teure Ursprungs-Arzneien gelten.

Weitere versprochene flankierende Maßnahmen sind unter anderem die Neugestaltung des Entlassungsbriefes der Krankenhäuser unter Angabe des Wirkstoffes und die raschere Zulassung von Generika. "Ob die Sonderregelungen für Generika greifen und die Aufnahme von Generika in den Erstattungskodex wirklich erleichtert wurde, wird erst die Praxis zeigen. Ohne entsprechende flankierende Maßnahmen fehlen aber wesentliche Anreize für ÄrztInnen und PatientInnen zur Förderung der Generikaverwendung", ist Andiel überzeugt.

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