"Poetry Slam" - Finale des kultigen Wettdichtens am 16. Juni im RadioKulturhaus

Wien (OTS) - Sie reimen in Mundart oder rappen in atemberaubendem Tempo. Sie tragen auswendig vor oder lesen von bunten Papierrollen. Die Mitwirkenden der Poetry Slams sind so unterschiedlich wie ihre Texte. Die Sieger aus fünf Poetry Slams, die in den vergangenen Monaten im ORF KulturCafe stattfanden, treten beim Finale am 16. Juni im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses gegeneinander an.****

Seit den 80er Jahren gibt es ihn: den Dichterwettstreit auf der Bühne, den spontanen Live-Act, der vom Publikum bewertet wird. Der Amerikaner Marc Smith, der als Vater der Bewegung gilt, hatte den Einfall, Lesungen in Wettbewerbe mit Zuschauervotum zu verwandeln. Damit wollte er die Teilnehmer anspornen und das Publikum mit einbeziehen. Im deutschen Sprachraum haben die Poetry Slams bereits Kultcharakter. In Cafés, Bars, Kellertheatern treten Poeten und Poetinnen auf und lesen, singen, rappen. Bewertet wird sowohl der Text als auch die Performance. Jede/r hat maximal zehn Minuten Zeit.

Nach der Auftaktveranstaltung im November letzten Jahres im RadioKulturhaus mit Christian Ide Hintze, Roland Neuwirth und der erfahrenen "Slammerin" Alexandra Becht, traten bei den Slams im ORF KulturCafe mehr als 50 Hobby-Poeten an. Jeder konnte mitmachen. So dichtete sich die Hanna Folwar an drei Slam-Abenden in die Herzen des Publikums. Wenn die kleine, weißhaarige, ältere Frau mit Haarreifen, rosa Pulli und schwarzer Hose die Bühne betrat, musste erst das Mikrofon einen halben Meter tiefer gerückt werden. Für ihre Reimdichtung etwa über den April, den Fasching, die alte und die moderne Zeit wurde sie von den vornehmlich jungen Leuten mit viel Applaus belohnt. Ins Finale hat Hanna Folwar es allerdings dann doch nicht geschafft.

Mieze Medusa rappte sich mit ihren Textzeilen ins Finale, die Gunst des Publikums errang auch Silvia Riepl, mit einem eindringlichen Vortrag von Dialektgedichten. Klare Siegerin des Poetry Slams im April war Ruth Murphy, die aus Hosen- und Sakkotasche verschiedenfarbige Papierrollen herauszog und in einem atemberaubenden Vortrag ihre experimentellen Texte performte.

Insgesamt achtzehn Finalisten werden am 16. Juni im RadioKulturhaus noch einmal gegeneinander antreten. Die diesmal nur fünfminütigen Darbietungen werden vom Publikum und einer Jury -bestehend u. a. aus Christian Ide Hintze und Ö1-Redakteurin Eva Roither - bewertet. Den drei Besten winkt als Preis ein Porträt in der Ö1-Sendereihe "Nachtbilder" (Sendetermin: 2./3. Juli 2004, 0:08 Uhr auf Ö1), der oder die Erstplatzierte erhält eine "Wild Card" für den "German International Poetry Slam", der von 29. Oktober bis 1. November 2004 in Stuttgart stattfindet. Die Performances werden auch auf CD "nachzuhören" sein. Diese wird der Oktober-Ausgabe der RadioKulturhaus-Programmzeitschrift "Heimspiel" beigelegt sein. Der Siegertext wird auch in voller Länge in der nächsten Ausgabe der Literaturzeitschrift "Volltext" abgedruckt sein.

Gäste bei der Schlussveranstaltung am 16. Juni sind die "grauenfruppe" mit literarischen Performances als Konzeptkunst und das HipHop-Trio Kamp MC. Seit 1998 machen Kamp MC, DJ Fester und Produzent Saiko gemeinsam Musik. Waren die ersten Jahre textlich eher auf Form als auf Inhalt konzentriert, gelang dem Trio 2002 mit der sieben Stücke starken Platte "d.k.d.t.B." ein Gesamtkunstwerk, das im deutschsprachigen HipHop seinesgleichen sucht. Gegenwärtig arbeiten die drei Wiener jetzt an "Interzone", einem HipHop-Tribut an das Werk von William Burroughs.

Das "Poetry Slam-Finale" findet am Mittwoch, den 16. Juni 2004 im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses statt. Beginn ist um 19.30 Uhr, Eintritt: 11 Euro, Ticket 25: 7 Euro. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Ihre Zusage unter der Telefonnummer 01/501 01/18175. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage http://radiokulturhaus.ORF.at oder über das Kartenbüro (Tel. 01/501 70-377).(hb)

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