AKNÖ-Sonnenbrillentest: UV-Schutz gut, Rahmenkonstruktion schlecht

Der Preis ist aber nicht ausschlaggebend für die Qualität

Wien (AKNÖ) - Sonnenbrillen gibt es mittlerweile fast überall -beim Optiker, im Drogeriemarkt, bei den Modeketten und beim Lebensmitteldiskonter. Die Preisunterschiede sind oft beträchtlich. Die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer wollten wissen, ob ein hoher Preis auch gute Qualität bedeutet und umgekehrt. Der VKI hat nun im Auftrag der AK Niederösterreich 30 gängige Sonnenbrillenmodelle getestet und festgestellt: Auch billige Brillen bieten guten Sonnenschutz.

Beim Sonnenbrillentest wurden sowohl die Gläser als auch die Fassungen auf ihre Qualität geprüft. Den UV-Test bestanden alle Sonnenbrillen bis auf ein Modell: Dieses ließ 13,8 Prozent der UV-Strahlung, gemessen auf 400 nm, durch.

Nur ein Drittel besteht Belastungstest

Das Ergebnis des Belastungstests fiel weniger erfreulich aus. "Beim so genannten Sitztest versagten knapp zwei Drittel der getesteten Modelle", berichtet AKNÖ-Konsumentenschützer Ing. Werner Krisch. Bei diesem "Sitztest" wurde die Belastbarkeit des Brillengestells getestet. Simuliert wurde dabei folgende Situation:
Ein ins Auto einsteigender Fahrer übersieht die auf dem Sitz liegende Sonnenbrille. Im Test wurde der Autositz durch einen Bürostuhl ersetzt. Eine 75 kg schwere Person setzte sich insgesamt fünf mal auf jedes Brillenmodell. Diesen Belastungstest bestanden nur neun von 30 Brillen. Diese neun Brillen waren auch nach dem fünften Draufsetzen weder verbogen noch waren die Gläser herausgebrochen. Elf Brillen (von 1,90 bis 50,76 Euro) waren bereits nach dem ersten Sitzen defekt, vier (von 2,90 bis 12,98 Euro) nach dem zweiten Mal, fünf Brillen (von 4,90 bis 7,99 Euro) nach dem dritten und eine (10 Euro) erst nach dem vierten.

Der Preis spielt keine Rolle

Insgesamt ergibt dies folgende interessante Detailergebnisse:
Weder die teuerste (50,76 Euro) noch die billigste Brille (1,90 Euro) bestand den Sitztest; wohl aber die zweitteuerste (36 Euro) und die zweitbilligste (2,90 Euro). Nach dem Sitztest wurden die Brillen auch noch einer Reinigung unterzogen. Hier entsprach lediglich ein Modell nicht: Bei einer Kinderbrille um 3,55 Euro ließen sich die Gläser bei der Reinigung sehr leicht aus der Fassung drücken. Diese Brille hatte auch den Sitztest nicht bestanden.

Gefahren durch "Überbelichtung" der Augen

Sonnenbrillen sind jedenfalls mehr als beliebtes Modeaccessoire. Augenarzt Univ.-Prof. Dr. Peter Heilig warnt: "Jede "Überbelichtung" der Augen kann Schäden hervorrufen. Im Extremfall sind diese Schäden irreversibel." So könne etwa intensives Ultraviolett über einen längeren Zeitraum die Entstehung des grauen Stars begünstigen. Ein Leben lang wiederholte "Überbelichtungen" der Netzhaut können bleibende Schäden der Netzhautmitte hervorrufen.
Grundsätzlich sind Brillen mit gelben, rosa oder hellblauen Gläsern kein idealer Sonnenschutz.
Dr. Peter Heilig empfiehlt: "Sonnenbrillen sollten groß genug sein, ausreichend dunkel, am besten bräunlich gefärbt, damit die besonders energiereichen blauen Lichtstrahlen weggefiltert werden. Vor allem bei Kindern soll darauf geachtet werden, dass ihre Augen am Wasser, im Schnee und am Berg durch geeignete Sonnenbrillen geschützt werden." Besonders wichtig sei bei Kindern auch, dass die Brillen gut passen und äußerst widerstandsfähig sind, damit sie auch Stürze und Raufereien überstehen. Weigern sich Kinder, eine Sonnenbrille zu tragen, sollten sie zumindest ein Schirmkapperl aufsetzen. Generell gilt gerade für Kinder: Eincremen und ein Leiberl anziehen - so sind sie gegen schädliche Sonnenstrahlen gut geschützt.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Konsumentenberatung
Ing. Werner Krisch, 01/58883-1318
konsumentenberatung@aknoe.at
Weitere Informationen zum Sonnenbrillentest gibt es im Internet unter http://noe.arbeiterkammer.at

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