WKÖ und DIHK fordern "Bildung ohne Grenzen in Europa"

Abschlusserklärung der deutschen und österreichischen Wirtschaftskammern zur Tagung "Bildung ohne Grenzen" am 1./2. Juni in Dornbirn

Wien (PWK 391) - "Europa benötigt mobile Fach- und Führungskräfte mit einem hohen Qualifikationsniveau, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten", so die Verantwortlichen für Bildungspolitik in den deutschen und österreichischen Wirtschaftskammern. Dazu müssen die noch bestehenden Hemmnisse für eine grenzüberschreitende berufliche Mobilität abgebaut werden.

Die EU muss den Bedürfnissen der Betriebe und den Realitäten der Arbeitswelt bei ihren neuen Bildungsprogrammen stärker Rechnung tragen. Dazu gehört in erster Linie eine radikale Vereinfachung bei den Antragsverfahren. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die sich zum ersten Mal an einem EU-Bildungsprogramm beteiligen wollen, lassen sich leicht von den komplizierten Antragsverfahren abschrecken.

Die Europäische Berufsbildungspolitik muss stärker die Mobilität von Auszubildenden und Arbeitnehmern in der EU fördern. Innerhalb der EU-Bildungsprogramme müssen die Finanzmittel für berufliche Mobilitätsmaßnahmen aufgestockt und neben Gruppenaustauschmaßnahmen auch individuelle Auslandspraktika gefördert werden. Die Wirtschaftskammern in Deutschland und Österreich intensivieren die grenzüberschreitende berufliche Mobilität in ihrem Aufgabenspektrum für Information und Beratung der Betriebe.

Die geplante Zusammenführung der verschiedenen europäischen Bildungsprogramme zu einem einzigen integrierten Programm wäre kontraproduktiv: Dem Stellenwert der beruflichen Bildung würde so nicht Rechnung getragen werden. Die Wirtschaftskammern in Deutschland und Österreich fordern deshalb von der EU, die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung in der konkreten Programmgestaltung und in der Finanzmittelzuteilung sichtbar umzusetzen.

Die Wirtschaftskammern Deutschlands und Österreichs begrüßen insbesondere die Einführung des neuen EUROPASSES ab dem 1.1.2005. Erstmals sind neben Lehrlingen/Azubi auch Schüler und Studenten berechtigt, ihre europäischen Ausbildungen transparent zu machen.

Der neue EUROPASS muss aber die berufliche Mobilität von Arbeitnehmern und Auszubildenden in der EU erleichtern und deren berufliche Kompetenzen aufzeigen. Die Verbreitung des EUROPASSES wird durch die Wirtschaftskammern in Deutschland und Österreich vor Ort durch gezielte Informationsmaßnahmen gefördert werden.

Die deutschen und österreichischen Wirtschaftskammern werden ihre bildungspolitische Kooperation durch die Ausgabe gemeinsamer Europäischer Kammerzertifikate weiter intensivieren. (Ne)

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