Frauenring kritisiert katastrophale Arbeitsmarktpolitik der Regierung

Immer mehr Frauen arbeitslos - immer mehr Frauen in McJobs

Wien (ÖGB). (OTS) - "Angesichts der katastrophalen Beschäftigungssituation der Frauen muss die Regierung endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen", sagt die Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes, Sabine Oberhauser. Die Arbeitslosigkeit der Frauen ist neuerlich angestiegen, insgesamt waren im Mai 99.046 Frauen als arbeitslos registriert. Der Großteil des Anstiegs trifft Frauen im Haupterwerbsalter von 25 bis 49 Jahren. Oberhauser: "Wir brauchen dringend Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie." Zusätzlich fordert die Vorsitzende des Österreichischen Frauenringes eine Steigerung der Qualität bei den typischen Frauenarbeitsplätzen.++++

"Trotz aller Versuche der Regierung, die Frauen mit dem Kindergeld und der verstärkten Förderung der Alleinverdienerhaushalte vom Arbeitsmarkt fernzuhalten, steigt auch die Arbeitslosigkeit der Frauen weiter an", stellt Oberhauser fest. Den Frauen würden beim Wiedereinstieg jede Menge Hürden in den Weg gelegt. "Es fehlt an Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Zuverdienstgrenze beim Kindergeld erschwert zusätzlich die rasche Rückkehr in den Beruf", sagt Oberhauser. Sie fordert Bundesmittel für den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und eine Reform des Kindergeldes.

Zusätzlich sei auch eine Qualitätsoffensive bei den bestehenden Beschäftigungen nötig. "Wir brauchen kein Lohndumping nach unten, wie das zum Beispiel Herr Raidl fordert, sondern Anstrengungen, damit die Zahl derer, die trotz Arbeit arm sind, abnimmt", so Oberhauser. Sie verlangt den Einbezug aller atypischen Beschäftigungsverhältnisse in den vollen Schutz des Arbeits- und Sozialrechts. Teilzeitbeschäftigte müsste endlich bei Mehrarbeit ein Überstundenzuschlag gewährt werden - bisher bekommen sie nur das normale Stundenentgelt. Und für Heimhilfen verlangt Oberhauser, die auch Vorsitzende der ARGE ÄrztInnen im ÖGB ist, die Schaffung einer bundeseinheitlichen Ausbildung. "Die Bundesländerweise unterschiedlichen Ausbildungsstandards haben zur Folge, dass die Heimhilfen bei ihrer Arbeitsplatzsuche auf ihr Bundesland festgenagelt sind. Da ist dringend Handlungsbedarf angesagt", so Oberhauser abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martina Fassler-Ristic
Tel. (++43-1) 534 44/480 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

ÖGB, 2. Juni 2004 Nr. 382

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0008