Preineder: "Natura"-Maßnahmen kosten Österreich pro Jahr EUR 180 Mio.

Verwaltungskosten mit 30% viel zu hoch - zu viele Vorprüfungen

Wien (AIZ) - "Die Arbeit der österreichischen Bauern hat eine erhaltenswerte Kulturlandschaft hervorgebracht. Diese zu sichern ist die wesentliche Aufgabe von 'Natura 2000'. Die Kosten für die Umsetzung des Natura 2000-Netzes betragen laut aktueller Schätzungen der Länder allein für Österreich EUR 180 Mio. pro Jahr. Bis zum Jahr 2006 ist jedoch keine EU-Co-Finanzierung möglich, daher müssen alle vorher durchgeführten Maßnahmen von Österreich selbst finanziert werden." Dies erklärte heute Martin Preineder, Vorsitzender der Plattform "Natur zum Leben", der insgesamt 17 Organisationen aus dem ländlichen Raum angehören.

"Um für die öffentliche Hand kostensparend vorzugehen und gleichzeitig eine höhere Identifikation mit den Natura 2000-Projekten zu erreichen, schlagen wir eine stärkere Einbindung der Grundeigentümer in der Umsetzung vor. Am Ende des Weges sollte der Vertragsnaturschutz stehen, zu dem sich die Landwirtschaft bekennt", betonte Preineder. Er übte gleichzeitig Kritik an den hohen Verwaltungskosten, die derzeit mit 30% geschätzt werden, und an den vielen Vorprüfungen, die einen hohen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen. Außerdem seien die Projektbedingungen transparent zu machen und klar zu legen, welche Kulturarbeit bewilligungspflichtig und welche frei ist, so Preineder.

Bundesländer sollen Finanzierungskonzepte vorlegen

"Darüber hinaus fordern wir von den Bundesländern, dass sie vor der Erlassung von Europaschutzgebietsverordnungen und vor der Beschlussfassung von Managementplänen entsprechende Finanzierungskonzepte für das Natura 2000-Netz vorlegen. Wir wollen nämlich nicht, dass den Bauern in Managementplänen Auflagen und Einschränkungen für die Bewirtschaftung vorgeschrieben werden, aber keine ausreichenden Finanzmittel zur Verfügung stehen", ergänzte Preineder.

Schließlich appelliert die Plattform "Natur zum Leben" an die Verantwortlichen in Österreich und auf EU-Ebene, danach zu trachten, dass nicht aus Finanznöten das EU-Agrarbudget für eine Mitfinanzierung von Natura 2000 herangezogen wird. Preineder: "Die Gesellschaft verlangt von uns zur Erhaltung der Kulturlandschaft Bewirtschaftungseinschränkungen. Diese führen aber für die Landwirte zu geringeren Einkommen. Wenn die Kompensation dieser Einkommenseinbußen nun aus dem Agrarbudget erfolgen soll, so zahlen sich die Bauern die Umsetzung von Natura 2000 selbst. Das lehnen wir ab."
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