ÖGJ-Eder: Mit den SchulabgängerInnen wird Lehrstellenmangel wieder akut

Langfristig schafft nur ein verpflichtender Ausbildungsfonds genug Lehrstellen

Wien / (ÖGJ/ÖGB). (OTS) - "Kein arbeitsloser Jugendlicher kann sich etwas darum kaufen, dass in anderen EU-Ländern noch mehr junge Menschen ohne Arbeit dastehen als in Österreich", sagt der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Eder, zum Regierungslob der ÖVP-Abgeordneten Silvia Fuhrmann. Dass die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen erstmals seit langem wieder in geringem Ausmaß gesunken sei, stimme zwar, so Eder, "allerdings muss sich die Regierung um Lehrstellen und Arbeitsplätze für jede einzelne und jeden einzelnen kümmern anstatt sich auf Zahlenspielen auszuruhen." Die ÖGJ fordert ein Auffangnetz für alle betroffenen Jugendlichen.++++

"Das Auffangnetz, das die Gewerkschaftsjugend fordert, darf sich nicht auf - sicherlich auch notwendige - kurzfristige Schulungsmaßnahmen beschränken, sondern muss den Jugendlichen eine zukunftsfähige Ausbildung ermöglichen - inklusive Lehrabschluss", verlangt Eder.

Auch wenn es derzeit einen leichten Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit gebe, sei eines unverkennbar: Seit 1980 ist die Zahl der angebotenen Lehrstellen um mehr als ein Drittel zurückgegangen - von mehr als 190.000 auf weniger als 120.000. "Und spätestens Ende Juni kommt ein neuer SchulabgängerInnen-Jahrgang auf den Arbeits- und Lehrstellenmarkt - dann werden wieder Tausende Menschen schon in jungen Jahren erleben müssen, was es heißt, arbeitslos zu sein", sagt der ÖGJ-Vorsitzende.

Eder sieht neben einem Auffangnetz mit langfristigen Ausbildungsangeboten nur eine Möglichkeit, wieder mehr Jugendlichen eine Chance auf Berufsausbildung mit Zukunft zu geben: die Einrichtung eines verpflichtenden Ausbildungsfonds, in den auch die nicht ausbildenden Unternehmen einzahlen müssen. "Das wäre eine gerechte Lösung, die auch die Lehrlingsverweigerer von heute in die Ausbildungspolitik von morgen einbindet", schließt Eder.(fk)

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ÖGB, 2. Juni 2004 Nr. 381

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