VEÖ: Ergebnisse der Studie zum Strommarkt nicht nachvollziehbar

Wien (OTS) - "Wir können die Ergebnisse der heute präsentierten Studie zum Strommarkt nicht nachvollziehen, diese werden noch genau zu prüfen sein", so Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Generalsekretärin des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ). "Welchen Sinn es volkswirtschaftlich machen soll, wenn die Stromimporte auf rund 30 Prozent steigen und die Wertschöpfung damit ins Ausland fließt, ist nicht einsichtig. Von den Auswirkungen einer solchen Auslandsabhängigkeit auf die Versorgungssicherheit einmal ganz zu schweigen." Baumgartner-Gabitzer verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel des italienischen Blackouts im letzten Jahr, der nicht zuletzt durch die mangelnden Eigenerzeugungskapazitäten des Landes entstanden ist.

Auch seien die Basisdaten der Studie zu hinterfragen, so Baumgartner-Gabitzer weiter. "Die prognostizierte Verbrauchssteigerung von 1,6 Prozent ist aus Sicht der E-Wirtschaft deutlich zu niedrig angesetzt. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre stieg der Stromverbrauch um 2,2 Prozent pro Jahr, zuletzt sogar um 3,2 Prozent." Und gerade im Sinne einer langfristig gesicherten Stromversorgung in Österreich sei es von essentieller Bedeutung, die derzeitige Situation realistisch einzuschätzen. Wie Spitzenvertreter der österreichischen E-Wirtschaft gestern in einem Pressegespräch bekannt gaben, gibt es in Österreich bis 2010 einen Mehrbedarf an Produktionskapazität von 3.000 MW (oder 3 GW). "Wie die Autoren der Studie zu der Ansicht gelangen, dass der Mehrbedarf bis 2030 nur bei 2 GW liegt, ist mir unverständlich", erläuterte Baumgartner-Gabitzer.

Ebenso sei es nicht nachvollziehbar, wie die Autoren der Studie zu dem Ergebnis kommen, dass unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Wasserrahmenrichtlinie die Erzeugung aus Wasserkraft um noch einmal die Hälfte angehoben werden könne: "Ganz im Gegenteil müssen wir davon ausgehen, dass es zu einer Produktionsverringerung von zehn Prozent aus bestehenden Anlagen kommt", so Baumgartner-Gabitzer.

Auch verwahrt sich die VEÖ-Generalsekretärin gegen den Vorwurf, die Branche denke zu wenig in Kategorien des offenen Marktes. "Österreich war unter den ersten fünf EU-Ländern, die den Strommarkt zu 100 Prozent geöffnet haben. Die Unternehmen der E-Wirtschaft haben sich darauf intensiv vorbereitet und agieren heute erfolgreich in einem Wettbewerbsmarkt."

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