Grüne Wirtschaft: "Wo bleibt die Logik, Herr Raidl?"

"Wieso ruft einer der obersten Privatisierer auf einmal so laut nach dem Staat?"

Wien (OTS) - Kanzlerberater und Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl fordert Bildungsinvestitionen zu reduzieren, Lohngruppen nach unten zu öffnen und diese schlecht bezahlten Arbeiter dann staatlich zu alimentieren. "Das ist wirtschaftspolitisches Harakiri," kritisiert Volker Plass, Sprecher der Grünen Wirtschaft.

Mit wirklichen Billiglohnländern konkurrieren zu wollen, ist in Österreich illusorisch. Niemand kann hierzulande von rumänischen oder gar vietnamesischen Löhnen auch nur eine Woche leben. Also soll der Staat die Differenz zahlen. Wovon? Wer soll die Steuern erwirtschaften, die dafür notwendig sind? Die unterbezahlten Arbeiter oder die Unternehmen? Sehr interessant auch, daß einer der pronociertesten Privatisierer des Landes plötzlich nach dem Staat ruft.Außerdem: Worin besteht das Kapital Österreichs? Wohl nicht in den reichen Erdölvorkommen.

Der Erfolg von Raidls Firma basiert auch nicht auf Billigststahl, den jeder produzieren kann.Österreichs einzige Chance in einer angebotsorientierten Weltwirtschaft mit einem stabilen sozialen Klima zu überleben, besteht in höchster Qualität von Bildung und Ausbildung.Claus Raidls Stellungnahme fügt sich nahtlos in eine lange Liste ökonomischer Pleiten dieser Regierung. Höchste Zeit, daß sich Bundeskanzler Schüssel bei der Auswahl seiner Berater endlich auch vom Kriterium der wirtschaftspolitischen Kompetenz leiten läßt. Das Land hätte es dringend nötig.

Rückfragehinweis: Mag. Michael Schmid, Sprecher Grüne Wirtschaft Wien, 0699/17005301

Rückfragen & Kontakt:

Pressebüro Grüner Klub im Rathaus, ++43 1 4000 81821 oder Handy 0664 831 74 01, http://wien.gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKR0003